Pontifikalamt an Ostern Weitergabe des Osterlichts Palmsonntagsgottesdienst

Patronatsfest Mariä Himmelfahrt

Fresko Marienkrönung im Kaisersaal
Fresko Marienkrönung im Kaisersaal
Bischof Wiesemann bei der Predigt
Bischof Wiesemann bei der Predigt
Lichterprozession
Lichterprozession

Feierliches Pontifikalamt mit Bischof Wiesemann in voll besetztem Dom

Mariä Himmelfahrt ist nicht nur ein Hochfest in der katholischen Kirche, sondern gleichzeitig das Patronatsfest des Doms und des Bistums Speyer. Gleich zwei Gründe, die die Gläubigen an diesem Tag in den Dom strömen ließ. Viele hatten gemäß der alten Tradition Sträuße mit Blumen und Kräutern mitgebracht, um sie segnen zu lassen. Den offiziellen Auftakt des Festtages bildete ein Pontifikalamt mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Der Bischof von Speyer ließ die Gläubigen an seiner Freude über diesen besonderen Tag teilhaben. „Wir wollen diesen Gottesdienst als Festgottesdienst in der Freude über die Erlösung feiern“, rief er ihnen zu Beginn zu. In seiner energisch vorgetragenen Predigt widersprach Bischof Wiesemann Kritik und Vorbehalten gegenüber der Marienfrömmigkeit, die in der katholischen und orthodoxen Kirche hohen Stellenwert besitzt. Die Marienverehrung gehöre „in das Herz des christlichen Glaubens“, betonte er und untermauerte dies mit drei Gedanken. „Gott will unser Heil nicht allein bewirken, er will unsere Mitwirkung in einem partnerschaftlichen Bund“, führte Wiesemann aus. Dabei besäßen die Geschöpfe die Freiheit zur Mitwirkung. Die Marienfrömmigkeit wiederum betrachte das Geheimnis der Freiheit der Geschöpfe, sagte der Bischof. Er sähre die Muttergottes ein Vorbild, die sich stets offen hielt für Gott, um durch ihn zu wirken. Von diesem Punkt schlug er den Bogen zum politisch-gesellschaftlichen Leben: „Unsere Demokratie lebt von der Mitwirkung des Einzelnen.“ Weiterhin stehe Marienfrömmigkeit für die Ur-Beziehung des Menschen. Sichtbar werde die innige Verbundenheit durch Marienbilder, auf denen die Muttergottes Jesus im Arm hält – als Neugeborenen wie als Gekreuzigten. „Glaube ist Beziehung“, so Wiesemann, der dem Alleinsein von Christen eine Absage erteilte. „Gemeinschaft gehört zum Glauben.“ Zum Dritten sei der Glaube ein Glaube an eine Erlösung von Leib und Seele. Die Marienfrömmigkeit weise darauf hin, „dass wir uns wiedersehen können, dass Gott unser Heil in Leib und Seele will“. Seit der Auferstehung Christi gehöre das Leibliche zum Göttlichen. Diese Leiblichkeit komme ebenfalls in den Marienbildern zum Ausdruck. Bischof Wiesemann forderte, Menschen auch in ihrer Leiblichkeit Würde zu geben. Er verurteilte medizinische Experimente mit Embryos und den nachlässigen Umgang mit alten, gebrechlichen Menschen.

Nach der Eucharistiefeier segnete der Bischof die Blumen- und Kräutersträuße. Mariä Himmelfahrt sei auch ein Fest, das an die Gaben der Schöpfung erinnere, an die Heilkraft und an das, was Leib und Seele erfreut, erläuterte er. Anschließend erteilte Bischof Karl-Heinz Wiesemann den Apostolischen Segen.

Für die umfangreiche musikalische Gestaltung beim Pontifikalamt sorgte die Capella Spirensis unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Weitere Gottesdienste am Nachmittag und Abend

Das Pontifikalamt bildete den Auftakt des Festtages. Es folgten am Nachmittag eine Pontifikalvesper, die Abendmesse, sowie am späteren Abend ein Rosenkranz-Gebet und eine Marienfeier, die durch die Domgemeinde gestaltet wurde. Dompfarrer Matthias Bender nahm bei seiner Begrüßung Bezug auf das Rosenkranzgebet. Maria voll der Gnaden, einer Gnade, auf die alle Menschen angewiesen seien. Die Predigt hielt Pastoralreferentin Regina Mettlach. Sie stellte heraus, wie wichtig Marias offene Ohren für die Menschwerdung Gottes gewesen seien und wie in jedem Menschen, der offenen Ohren für das Wort Gottes habe, Jesus geboren werde. Musikalisch wurde die Marienfeier vom Chor der Domgemeinde gestaltet. Bei der traditionellen Lichterprozession wurde dieser von den Dombläsern unterstützt. Die Prozession durch den Domgartenfand bildete den Abschluss des Hochfestes. Die ebenfalls traditionelle Weihe von Kräutern fand in allen Gottesdiensten statt.

Text/Fotos: Yvette Wagner