Dom zu Speyer Apsis und Osttürme

Dom zu Speyer Chorraum der Krypta

Dom zu Speyer Patrone an der Westseite

Dom zu Speyer Zwerggalerie auf der Südwestseite

Dom zu Speyer Chorraum

Dom zu Speyer nördliches Seitenschiff


Freitag, 19. Mai 2017

Neue Geschäftsführerin der Dommusik Speyer

Greta Konradt, neue Geschäftsführerin der Dommusik.

Greta Konradt hat seit der Kindheit ein Herz für Kirchenmusik

Speyer. Die Verbindung von Kirche und Musik – die Kirchenmusik – und die musikalische Nachwuchsarbeit liegen Greta Konradt am Herzen. Eine Leidenschaft, die die US-Amerikanerin seit 1. April als neue Geschäftsführerin der Dommusik Speyer neben ihren zahlreichen beruflichen Erfahrungen einbringt. 

Zu Musik und Kirche hat Greta Konradt seit Anfang an ein enges Verhältnis. "Ich bin in einem lutherischen Pfarrhaus großgeworden", erzählt sie, wie ihr die Leidenschaft zur Kirchenmusik praktisch in die Wiege gelegt wurde. Von klein auf sang sie, saß als Fünfjährige am Klavier und begann mit 16 Jahren Orgel zu spielen. Von Haus aus hat sie auch eine Beziehung zu Deutschland: Die Familie väterlicherseits wanderte im 19. Jahrhundert aus Preußen aus. Aufgewachsen ist Greta Konradt im US-Bundesstaat Wisconsin, wo sich viele Deutsche und andere Europäer niederließen. 

Als junge Frau wollte Greta Konradt ihren familiären Wurzeln nachspüren und sich in Kirchenmusik vertiefen. Nach dem Bachelor-Abschluss in den USA und ausgestattet mit einem Stipendium kam sie für ein Kurzstudium nach Heidelberg. Die Fächerkombination bestand aus evangelischer Theologie, Musikwissenschaft und englische Literatur. Im Hauptfach Musikwissenschaft bearbeitete sie ein Projekt über Johann Sebastian Bach. "Die Musik Bachs hat mich eigentlich nach Deutschland geführt", blickt sie zurück. Sie wollte die Liturgie seiner Stücke besser verstehen, denn dies sei die ursprüngliche Bestimmung der Kantanten. Noch immer schwärmt die Amerikanerin vom großen musikalischen Angebot, den engagierten und kompetenten Professoren in Heidelberg, der Atmosphäre an der Universität und der Stadt. 

"Ich wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben, um Deutschland kennenzulernen", sagt sie. Aber hier gefiel es ihr rundum und so wurden aus einem inzwischen 30 Jahre. In der Zwischenzeit hat sie 1993 in Heidelberg ihren Abschluss als Magistra Artium errungen. Nach einer pädagogischen Weiterqualifizierung arbeitete Greta Konradt als Lehrerin für Musik, Religion und Englisch in Nordrhein-Westfalen und der Schweiz. Vor sieben Jahren stieg die Neustadterin bei der Evangelischen Landeskirche im Bereich Kulturmanagement und Konzertorganisation mit den Schwerpunkt Fundraising ein. "Das war ein guter Schritt für mich", stellt sie fest und begründet: In der Schule werden (musikalische) Interessen vorgeprägt, nun wollte sie kennenlernen, wie sich das Talent bei Jugendlichen und Erwachsenen entfaltet – und das natürlich im Bereich Kirchenmusik. 

Musikpädagogische Gründe und um einen neuen Blickwinkel auf Liturgik zu richten, waren für Konradt wesentliche Gründe, um den Schritt zur Dommusik zu gehen. Der neuen Geschäftsführerin liegt die Nachwuchsarbeit am Herzen – aus einem sehr persönlichen Grund. Sie will mitwirken, damit das weitergegeben wird, wovon sie selbst profitiert hat: von Musik, Kirche und Kultur, denn "ich bin froh, diese Bildung erhalten zu haben". Die Verbindung zwischen Dom und Musik beschreibt die 51-Jährige so: "Mich fasziniert der Dom nicht nur als Bauwerk, sondern auch, dass er mit Leben gefüllt wird. Kinder spielen dabei eine entscheidende Rolle." In ihrer neuen Position kann sie ihre bisherigen Erfahrungen einbringen. "Es sind alles vertraute Felder." Dazu zählen unter anderem Konzertorganisation, Publikumsbetreuung, Projektmanagement, -planung und -koordination und administrative Aufgaben, Chorreisen zu gestalten und zu betreuen. Zukünftig möchte sie auch ihre Erfahrung im Fundraising einbringen, Sponsoren ansprechen und Gelder einwerben. 

Auch in ihrer Freizeit räumt die Mutter zweier erwachsener Töchter der Musik viel Raum und Zeit ein: Sie leitet den evangelischen Kirchenchor in ihrer Heimatgemeinde in Neustadt-Mußbach und hilft als Organistin aus. Daneben übersetzt sie musikalische Fachliteratur ins Englische – zuletzt ein komplettes Buch über Johannes Brahms' Deutsches Requiem. Greta Konradt, die Deutsch perfekt mit einem leichten und sehr charmanten englischen Akzent spricht, pflegt nach wie vor enge Kontakte zu ihrer Familie in den USA. 

Text/Fotos: Yvette Wagner