Dom zu Speyer Apsis und Osttürme

Dom zu Speyer Chorraum der Krypta

Dom zu Speyer Patrone an der Westseite

Dom zu Speyer Zwerggalerie auf der Südwestseite

Dom zu Speyer Chorraum

Dom zu Speyer nördliches Seitenschiff


Montag, 06. November 2017

"Der Geist gibt uns Kraft und Mut, Tag für Tag"

Bischof Wiesemann spendete das Sakrament der Firmung.

Bischof Wiesemann firmt 83 erwachsene Frauen und Männer im Speyerer Dom

Speyer. Die Ergriffenheit und Freude war ihnen anzusehen: 83 Frauen und Männer sind am Sonntag im Speyerer Dom vor Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann getreten, der ihnen das Sakrament der Firmung spendete. In der Regel werden Katholiken in Deutschland im Alter von 15 Jahren gefirmt. In der Diözese Speyer spendet der Bischof einmal im Jahr in einer besonderen Feier Erwachsenen dieses Sakrament.

In seiner Begrüßung und Predigt machte der Bischof deutlich, was Firmung bedeutet: eine Besinnung auf den Glauben, eine innere Stärkung der Beziehung zu Gott, ein Moment, der Kraft und Mut schenkt. Der Heilige Geist wappne gegen Schicksalsschläge und stifte Gemeinschaftssinn, führte Wiesemann aus. Er verglich den Geist mit Atem, der Stärke und Zuversicht verleiht. "Der Geist gibt uns Kraft und Mut, Tag für Tag." Der Bischof rief die Firmbewerber auf, gestärkt durch den Heiligen Geist zu Boten Gottes zu werden und die Stimme gegen all die zu erheben, die den Namen des Herrn missbrauchen, um selbstsüchtig zu handeln und Macht auszuüben, statt Liebe unter die Menschen zu bringen. Wiesemann machte das fest an den Zeilen aus dem Matthäus-Evangelium: "Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht."

Nach der Predigt nahm Bischof Wiesemann das Taufbekenntnis der Firmlinge entgegen, ehe jeder Bewerber mit seinem Paten nach vorne trat. Der Bischof wechselte mit jedem Firmbewerber zunächst persönliche Worte, ehe er dem Firmling die Hand auflegte und mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf die Stirn zeichnete. Die Firmlinge waren aus der ganzen Diözese nach Speyer gekommen, nahmen zum Teil weite Wege, etwa aus Rockenhausen oder dem saarländischen Homburg, auf sich. Ihre Altersspanne reichte von 18 bis 68 Jahre.

Das Sakrament der Firmung vollendet das, was in der Taufe begonnen wurde: Der Christ wird zu einem mündigen Mitglied der Kirche mit allen Rechten und Pflichten. Erwachsene entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für die Firmung, sagte Felix Goldinger vom Referat Gemeindekatechese des Bischöflichen Ordinariats am Rande des Pontifikalamtes. Eine neue Arbeitsstelle, der Umzug in eine andere Stadt oder eine bevorstehende Hochzeit: Oftmals würden Lebensveränderungen den entscheidenden Anstoß geben, zu fragen, was der Glaube für einen selbst bedeute, erläuterte Goldinger weiter. Daneben suchten viele Frauen und Männer als Erwachsene wieder stärkere Verbundenheit zur Kirche, die sie zwischenzeitlich verloren hatten.

Die Frauenschola "MusicaInSpira" unter Leitung von Monika Keggenhoff begleitete den feierlichen und bewegenden Gottesdienst mit Gesängen aus der Gregorianik und aus Taizé. Während der Chrisam-Salbung ließ sich die Gemeinde durch den Jubelgesang "Atme in uns Heiliger Geist" mitreißen und sang spontan mit.

Text / Foto: Yvette Wagner