Dom zu Speyer Blick von Aussichtsplattform im Südwestturm auf Osttürme

Dom zu Speyer Chorraum der Krypta

Dom zu Speyer Patrone an der Westseite

Dom zu Speyer Chorraum

Dom zu Speyer Gotisches Relief der dort bestatteten Könige

Dom zu Speyer Taufkapelle St. Martin und St. Emeran

Dom zu Speyer Zwerggalerie auf der Südwestseite

Dom zu Speyer Südostseite

Dom zu Speyer nördliches Seitenschiff

Dom zu Speyer Blick ins Mittelschiff von Orgelempore

Der Dom zu Speyer

Block auf den Ostteil mit Apsis und Chorflankentürmen
Block auf den Ostteil mit Apsis und Chorflankentürmen

Die Domkirche St. Maria und St. Stephan in Speyer ist seit nunmehr fast 1000 Jahren bischöfliche Kathedrale, Pfarrkirche und Wallfahrtsort. 1981 wurde der romanische Kirchenbau in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Vier Kaiser, drei Kaiserinnen und Könige aus den Häusern Habsburg, Staufen und Nassau sind hier begraben. Der Dom ist damit die bedeutendste Grablege des Mittelalters auf deutschem Boden.

Seine Entstehung verdankt der Dom zu Speyer dem salischen Kaiser Konrad II. Dieser verfolgte nach seiner Wahl zum König ein ehrgeiziges Ziel: Nach 1025 ließ er die größte Kirche seiner Epoche errichten. Die Weihe des Doms im Jahr 1061 erlebte er Konrad nicht mehr. Sein Enkel Heinrich IV. ließ den Dom bereits ab 1080 von Grund auf umbauen und gab ihm seine heutige Gestalt. Heute ist der Speyerer Dom, nach der Zerstörung der Abteikirche von Cluny, die größte romanische Kirche überhaupt.

Stilbildend für die Romanik

Der Dom zu Speyer beeindruckt durch seine immensen Ausmaße und die harmonische Gliederung der Bauteile. Erbaut, um den Machtanspruch der Salier zu untermauern, gilt er als stilbildend für die Romanik. Die Überwölbung des Mittelschiffs war die erste dieser Größenordnung seit der Antike. Das Gewölbesystem, in dem einem Joch des Mittelschiffes je zwei Joche eines Seitenschiffs zugeordnet sind, ging als das „gebundene System“ in die Kunstgeschichte ein. Auch ist der Speyerer Dom die erste Kirche mit einer vollständig umlaufenden, begehbaren Zwerggalerie.

Auf Grund der Zerstörungen des pfälzischen Erbfolgekrieges und der Verwüstungen während der französischen Revolution erscheint der Dom heute im Innern relativ leer und schmucklos. Die rhythmische Gliederung des Baus und die romanische Formensprache kommen allerdings umso eindrücklicher zur Geltung.

Krypta und Kaisergräber

Der frühesten Bauphase des Domes entstammt die Krypta. Diese Unterkirche erstreckt sich unter dem gesamten Chorraum und Querhaus. Vier Raumteile vereinigen sich zu einer weiten Hallenkrypta, deren Gewölbe mit fast sieben Metern für eine Unterkirche ungewöhnlich hoch sind. Charakteristisch sind die Gurtbögen aus abwechselnd rotem und gelbem Sandstein, die dem Raum eine besondere Aura geben. Hier ist die göttliche Ordnung versinnbildlicht, die dem Leben des christlichen Menschen Struktur und Sinn gibt.

Von der Krypta aus erreicht man die schlichte Grablege der mittelalterlichen Kaiser und Könige. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form gestaltet und überwölbt. Die Steinsarkophage, zum Teil noch im original erhalten, bergen die sterblichen Überreste der vier salischen Kaiser, zweier Kaiserinnen und eines Kindes. Darüber hinaus ließen sich über 200 Jahre Herrscher weitere Dynastien hier bestatten.

Kaisersaal und Aussichtplattform

Der über der Vorhalle gelegene Kaisersaal beherbergt neun monumentale Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph, die ehemals an den Wänden des Querhauses zu sehen waren. Im Zuge der großen Domrestaurierung wurde sie Mitte des 20. Jahrhunderts von dort entfernt und zunächst verwahrt. 2012 kamen sie zurück in den Dom in den dafür eigens völlig neu gestalteten Kaisersaal. Die Bilder zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux, des heiligen Erzmärtyrers Stephanus und des Papstes Stephan I, dessen Kopfreliquie im Dom verehrt wird. Höhepunkt ist die „Marienkrönung“, die bis 1957 in der Apsis des Chorraums angebracht war und eine Grundfläche von 70 Quadratmetern besitzt.

Auf dem Südwestturm des Doms befindet sich in rund 60 Metern Höhe eine Aussichtsplattform. Der Aufstieg beginnt in der Vorhalle und führt über zunächst 90 Stufen in den Kaisersaal. Von dort aus geht es über 214 weitere Stufen hinauf zur Turmspitze. Auf einer neuen Betontreppe, die sich nach oben in einer Stahltreppe fortsetzt, gelangt man mit etwas Ausdauer bequem nach oben.

Von der Aussichtsplattform aus bietet ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer und die Rheinebene. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern.

Kathedrale, Gemeindekirche und Wallfahrtsort

Der Dom ist die Mutterkirche des Bistums Speyer, das zu den ältesten auf dem Gebiet des heutigen Deutschland zählt. 2008 kam Dr. Karl-Heinz Wiesemann als 96. Bischof von Speyer ins Amt. Sein Stuhl im Speyerer Dom, die „Kathedra“, macht den Dom zur Kathedrale.

Ein reges Gemeindeleben prägt heute den fast tausendjährigen Kirchenbau. Die Gemeinde Mariä Himmelfahrt, mit zur Zeit mehr als 5.000 Gläubigen, ist Teil der Dompfarrei Pax Christi.

Geweiht ist der Dom der Gottesmutter Maria und dem heiligen Erzmärtyrer Stephanus. Das Gnadenbild der „Patrona Spirensis“, das 1794 von französischen Revolutionstruppen verbrannt wurde, ließ ihn zu der bedeutendsten Wallfahrtsstätte des Bistums werden. Bernhard von Clairvaux, der große Zisterzienserabt und Heilige, soll vor dem Bild dem Lied „Salve Regina“ die drei Anrufungen „o clemens, o pia, o dulcis virgo Maria“ angefügt haben. Vor dem neuen Wallfahrtsbild, das 1930 von Papst Pius XI. dem Dom geschenkt wurde, betete in ihrem letzten Speyerer Jahr die heilige Edith Stein, und auch Papst Johannes Paul II. kniete bei seinem Besuch in Speyer am 4. Mai 1987 vor der Madonna.