Der Zauber der Weihnachtskrippe

Ein bisschen Himmel auf Erden ...

Bald werden die Leute wieder Schlange stehen. Wie jedes Jahr: „Alle Jahre wieder“ kommen an den Weihnachtstagen und in den Wochen danach viele, viele Menschen, um die Krippe im Speyerer Dom zu betrachten.

Seit diesem Jahr (2018) wird sie noch schöner. Sakristan Markus Belz und drei Ehrenamtliche haben wochenlang dafür gearbeitet und viele Stunden Freizeit investiert. Bei der Eröffnung am Heiligabend erstrahlt die Krippe in neuem Glanz. Passend zum orientalischen Charakter der 100 Jahre alten Figuren ist alles andere neu gestaltet: der Stall, die Krippenlandschaft drumherum. Im Hintergrund statt pfälzische Tannen Olivenbäume – wie im Bergland Judäas. Damit alle Betrachter noch näher an dem sind, wie es damals war, in Betlehem.

Weihnachtskrippen haben Hochkonjunktur. In vielen Wohnungen und in den Kirchen. Es gibt einige Krippen-Museen. Es gibt Privatpersonen, die Krippen sammeln wie andere Briefmarken. Und es gibt in manchen Städten Krippenwanderungen von Kirche zu Kirche.

Offensichtlich geht von den Krippendarstellungen etwas aus, was die Menschen anzieht und ihnen gut tut. Egal, ob sie sonst Kirchgänger sind oder nicht.

Die Krippen erzählen die Weihnachtsgeschichte in sprechenden Bildern. Sie stellen eine Szene dar, die zu Herzen geht, die anrührt. Die irgendwie etwas mit uns zu tun hat. Weil sie unsere Sehnsucht anspricht.

Die Weihnachtsgeschichte spiegelt wider, wie es Menschen ergehen kann. Das Glück und die Notlage der jungen Familie. Wer alles zu ihnen kommt. Und wie es dann weiter geht. Die Weihnachtserzählung ist auch eine Geschichte, die von Gott erzählt. Vom großen Gott, der sich klein macht, der ein Kind wird. Weil er bei uns sein möchte. Weil er unser Leben teilen möchte. Weil er am eigenen Leib spüren will, wie es uns geht. Eine Geschichte von dem Gott, der unsere Wege mitgeht und der uns nahe ist.

Das kann man offensichtlich an der Krippe ahnen. Ein bisschen Himmel auf Erden lässt sie spüren. Ich freue mich, dass sich viele „alle Jahre wieder“ davon anrühren lassen.

 

aus: Anstöße SWR 1 / Morgengruß SWR 4 am 18.12.2018, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Speyer