Bischofsgräber im Dom zu Speyer

Mehr als ein Kaisergrab – mehr als 40 Bischöfe ruhen im Speyerer Dom

Die Kaisergräber in der Domkirche St. Maria und St. Stephan in Speyer sind weltbekannt. Das Wissen darüber, dass sich im Speyerer Dom auch eine große Anzahl weiterer Grabstätten befindet, ist schon weniger weit verbreitet. Dass dort auch aktuell und zukünftig noch Bestattungen stattfinden, dürfte für viele eine Neuigkeit sein. Einmal im Jahr sind die Gräber im Dom sichtbarer, als sonst: Am Tag des Requiems für die Bischöfe und Geistlichen des Doms stehen Kerzen und Namensschilder auf den Ruhestätten der Bischöfe, die in der Kathedrale bestattet wurden.

Die Grablege der acht Könige und Kaiser sowie teils auch deren Gemahlinnen ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts über eine neu angelegte Gruft begehbar, wobei der Zugang von der Krypta des Doms aus erfolgt. Des Weiteren sind einige Kinder aus den verschiedenen Herrscherhäusern im Dom bestattet. Die weitaus größte Anzahl von Gräbern im Dom sind jedoch die der Bischöfe von Speyer. Einige von ihnen sind in einem Sammelgrab bestattet, weitere 37 Bischöfe fanden Ihre letzte Ruhestätte in Einzelgräbern. Seit der Wiedererrichtung des Bistums 1817 wurden acht Bischöfe im Dom beigesetzt. Zuletzt fand am 4. Oktober 2013 Weihbischof emeritus Ernst Gutting im nördlichen Seitenschiff des Doms seine letzte Ruhestätte.

Gedächtsnisorte

Unter den Toten finden sich auch einige „Prominente“ wie der selige Bischof Reginbald II. von Dillingen (gest. 1039), dessen Grab im Mittelalter Wallfahrtsstätte war. Konrad III. von Scharfenberg (gest. 1224) war nicht nur Bischof, sondern auch Kanzler des römisch-deutschen Reiches und als solcher Berater von drei Kaisern. Das früheste Grab stammt aus der Zeit des salischen Dombaus um 1030. In einem Sammelgrab in der Hauptapsis der Krypta wurden die sterblichen Überreste beigesetzt, die beim Neubau der Kathedrale exhumiert wurden. Weitere Bischöfe von der Zeit der Erbauung des Doms bis heute befinden sich im Mittelschiff und den Seitenschiffen, dem Königschor und der Kapelle St. Emmeram und St. Martin. Nicht alle von ihnen können mit Sicherheit einzelnen Personen zugeordnet werden.

Gedächtnisfeier und Grablichter

Zum Gedenken der im Dom bestatteten Geistlichen wird jährlich ein Pontifikalrequiem abgehalten und Kerzen und Namensschilder auf den Gräbern erinnern an die Toten. Der Tag für das Pontifikalrequiem ist bestimmt durch das Sterbedatum des letzten Diözesanbischofs, der im Dom seine Ruhe fand. Momentan ist dies der Sterbetag von Bischof Isidor Markus Emanuel, der am 30. November 1991 verstarb.