Thursday, 27. January 2022

Gottesdienst mit Kerzenweihe

Fresko von Johann Baptist Schraudolph im Mittelschiff des Speyerer Doms

Kapitelsamt mit Vesper am 2. Februar

Speyer. Am 2. Februar feiert Dompfarrer Matthias Bender um 18 Uhr ein Kapitelsamt mit Vesper im Speyerer Dom. Offiziell heißt dieser Tag „Darstellung des Herrn“, bekannter ist er jedoch unter dem Titel „Mariä Lichtmess“. Traditionell werden in diesem Gottesdienst Kerzen geweiht. Musikalisch gestaltet die Dommusik den Gottesdienst mit Orgelmusik und Kantorengesang.

Hintergrund: Darstellung des Herrn – Maria Lichtmess

„Das Zeugnis des Simeon und der Hanna über Jesus“ (Lk 2,22-40) ist der Ausgangspunkt für das Hochfest, das die katholische Kirche am 2. Februar feiert: „Darstellung des Herrn“, im Volksmund auch als „Maria Lichtmess“ bekannt.

Das Lukasevangelium berichtet von zwei jüdischen Riten, deren Durchführung die Heilige Familie an dem Tag nachkommt: Im Tempel sollte die „männliche Erstgeburt (…) dem Herrn geweiht“ werden und die Mutter sollte zur „Reinigung“ ein Schaf und eine Taube an den Priester übergeben.

Schon aus der biblischen Erzählung heraus gibt es zwei Möglichkeiten, das Fest auszudeuten: Mit Blick auf Jesus oder mit dem Fokus auf seine Mutter Maria.

Die westliche Kirche betonte lange Zeit eher die Reinigung Marias als Festinhalt. Das Marienfest war deshalb auch unter den Namen „Mariä Reinigung“ oder Latein „Purificatio Mariae“ bekannt. Erst seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es wieder als „Herrenfest“, also mit Bezug auf Jesus, gefeiert. Somit lautet der offizielle Name auf Latein „Praesentatio Jesu in Templo“, zu Deutsch „Darstellung des Herrn“.

Bereits im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem das Fest – zunächst am 14. Februar, dem 40. Tag nach dem Fest „Erscheinung des Herrn“, später dann 40 Tage nach Weihnachten, der Geburt Jesu. Es wurde bald als der erste Einzug Jesu in Jerusalem betrachtet. Aus dem Grund kam es im 7. Jahrhundert zu Lichterprozessionen. Die Kerzen, mit denen die Gläubigen das Kommen Jesu in die Welt nun symbolisch begleiteten, wurden zu diesem Fest geweiht. Der Brauch der Kerzensegnung führte im Westen dazu, dass das Fest als „Maria Lichtmess“ bekannt wurde.

Traditionell markiert Mariä Lichtmess das Ende der Weihnachtszeit. Zwar endet diese in der katholischen Kirche seit der Liturgiereform 1970 schon am Sonntag nach dem 6. Januar, doch halten manche Familien, aber auch Städte und Gemeinden am alten Brauch fest. So ist die Krippe im Dom normalerweise bis zum 2. Februar aufgebaut und auch die Weihnachtsbäume in und vor dem Dom bleiben so lange stehen.

Foto: Renate Matzko-Deckers