Südostseite des Doms

Südostseite des Doms

Blick ins Mittelschiff

Blick ins Mittelschiff

Kaisersaal mit Schraudolph-Fresken

Kaisersaal mit Schraudolph-Fresken

Kaisersaal mit Schraudolph-Fresken

Patrone an der Westfassade

Patrone an der Westfassade

Blick von der Aussichtsplattform auf die Osttürme

Blick von der Aussichtsplattform auf die Osttürme

Baumaßnahmen 2017

2017 werden Arbeiten an der Afrakapelle und der Zwerggalerie durchgeführt. Daneben stehen Voruntersuchungen in der Krypta und am Vierungsturm an. Auch ein Teil der Beleuchtung und der Elektrik im Mittelschiff wird erneuert werden. Die für  die einzelnen Maßnahmen notwendigen Gerüste sollen erst nach der an Pfingsten stattfindenden Feier zur Neugründung des Bistums an vor 200 Jahren am und im Dom aufgebaut werden.

Die Afrakapelle

Die Afrakapelle auf der Nordseite des Doms soll innen und außen in Stand gesetzt werden. Außen wird die Fassade mit den Dachanschlüssen überarbeitet. 

Im Innern wurden die Wände in den 80er/90er Jahren mit Silikatdispersionsfarbe gestrichen – einer Farbe, die für Außenflächen gedacht ist. Da diese Farbe nur bedingt dampfdiffusionsoffen ist, ist dieser Anstrich vermutlich ursächlich für die hohe Feuchte in der Kapelle. Er soll daher entfernt und durch einen historisch korrekten Kalkanstrich ersetzt werden. Des Weiteren werden die Sandsteinflächen im Inneren gesäubert. Hierzu wurden bereits Reinigungsproben durchgeführt und ein Kalkanstrich wurde in einem Versuchsfeld erprobt. Geprüft wird derzeit noch der Zustand und der Ursprung der Fensterverglasung. 

Der Zugang zur Afrakapelle im Dominnern soll eine neue Tür bekommen. Die Planungen hierzu laufen derzeit. Ziel der Maßnahme ist es, die Funktion der Kapelle als geschützter Ort des stillen Gebets zu fördern. 

Die Zwerggalerie

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierungsmaßnahmen des Jahrs 2017 wird die Zwerggalerie sein. Im zurückliegenden Jahr 2016 wurden bereits die Fenster an der Nordseite erneuert. Diese stammten aus den 1850er Jahren und hatten das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Die Öffnung der alten Fenster erfolgte über einen Schiebemechanismus. Die neuen Stahlrahmenkonstruktionen lassen sich mit einem Klappmechanismus öffnen, was eine Verbesserung der Lüftungssituation bedeutet. 2017 sollen die restlichen Fenster auf der Südseite erneuert werden.

In diesem Jahr ist zudem eine Voruntersuchung der Zwerggalerie geplant. Stützen, Bögen, Mauerwerk und Gehbelag sollen umfassend untersucht und entsprechend der Befunde restauriert werden. Begonnen wird auf der Nordseite des Mittelschiffs, dann folgen im Verlauf der nächsten Jahre die Südseite des Mittelschiffs sowie das südliche und das nördliche Querhaus. Die Apsis und der Westbau werden nicht mit einbezogen, da die Zwerggalerie dort bereits in den zurückliegenden Jahren überarbeitet worden war.

Elektrik und Beleuchtung im Mittelschiff

Auch an der Elektrik und der Beleuchtung im Mittelschiff wird 2017 weiter gearbeitet. Die Grundbeleuchtung wurde bereits auf LED umgestellt. Nun sollen auch die Strahler entsprechend erneuert werden. Die elektrischen Leitungen im Dom stammen aus den 60er und 80er Jahren. Zum Teil sind sie noch älter. Im Mittelschiff sollen sie 2017 zusammen mit den Strahlern erneuert werden. Dabei werden die Leuchten individuell steuerbar. Die neue Technik wird auch dazu beitragen, den Energieverbrauch auf etwa ein Fünftel der bisherigen Leistung zu senken. Die in der Apsis 2016 bereits probeweise installierte Beleuchtung wird 2017 komplett installiert. Hierfür sind Steinmetz- und Stahlschlosserarbeiten notwendig. Ebenso werden die Querhauskapellen neu beleuchtet.

Außenbeleuchtung

Die Anpassungsarbeiten an der Außenbeleuchtung schreiten weiter voran. Folgende Maßnahmen wurden zwischenzeitlich umgesetzt: Die Programmierung der Beleuchtung ist inzwischen vor Ort möglich, was die Anpassungen vereinfacht. Einige Strahler wurden in ihrer Positionierung und Art der Anbringung verändert, Leuchten wurden versetzt oder verschattet. Die Arbeiten werden von oben nach unten durchgeführt, wodurch einige Strahler früher in die Anpassung einbezogen werden, als andere. Insbesondere die Leuchten auf der Vierungskuppel sind schwer zugänglich, da dieser Bereich nicht von Innen sondern nur über das Dach zu begehen ist. 

Derzeit beobachten wir, wie sich die jahreszeitlichen Veränderungen des Sonnenstandes am Abend und der Wandel der Luftfeuchte auf das Beleuchtungsergebnis auswirken. Diese Beobachtungen werden wir noch bis Ende des Jahres fortsetzen.

Bildergalerie Baumaßnahmen 2017

Maßnahmen 2016

Dom-Besucherzentrum

2015 wurde vom Domkapitel beschlossen, das bisher als „Dompavillon“ bekannte und als verpachteter Verkaufsraum genutzte Gebäude direkt neben der Kathedrale zum Dom-Besucherzentrum umzuwandeln. Errichtet wurde der würfelförmige Bau mit roter Sandsteinfassade bereits in den Jahren 1989/1990 vom Architekten Oswald Matthias Ungers. 

Nach Übergabe des Gebäudes im November 2015 wurde zunächst mit dem Rückbau des bisherigen Innenausbaus begonnen und alle Einbauten und Zwischenwände entfernt. In den folgenden dreieinhalb Monaten wirkten ein Sanitärbetrieb, Elektriker, Boden- und Fliesenleger, Maler und Schreiner in dem kleinen Gebäude. Dabei wurde der Bauzeitenplan komplett eingehalten, so dass nach dieser denkbar kurzen Umbauzeit das Dom-Besucherzentrum noch vor Ostern 2016 in Betrieb genommen werden konnte. 

In den ersten Monaten der Nutzung hat sich die neue Einrichtung des Gebäudes voll bewährt. Das Erdgeschoss dient dem Empfang von Gästen, der Information, dem Verkauf von Eintrittskarten sowie eines kleinen Warenangebots. Dabei werden auch die „Dombausteine“ des Dombauvereins überaus erfolgreich verkauft. Im Obergeschoss sind die Arbeitsplätze des Dom-Besuchermanagements, des Dom-Kulturmanagements, der Dom-Sakristei und des Büros für Domführungen untergebracht.

Die feierliche Eröffnung durch Weihbischof und Dompropst Otto Georgens fand am 22. Mai statt. Im Sommer wurde die Pflasterung erneuert und der Ausdehnung und Form des Gebäudes angepasst. Was noch aussteht ist eine Außenbeschilderung. 

Finanziert wurde das Bauvorhaben mit Hilfe der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die sich mit einer Zuwendung in Höhe von 85.000 Euro an den Kosten beteiligte. 

Nordwestturm

Die große Baumaßnahme des Jahres 2016 war die Sanierung des Nordwestturms des Doms. Anfang des Jahres  wurde der Turm komplett eingerüstet, mit den Arbeiten wurde umgehend begonnen. Die Überprüfung, Sanierung und Reinigung der Innen- und Außenflächen, sowie aller anstehenden Arbeiten wurden bis Ende Oktober ausgeführt und abgeschlossen.

Die Turmwände bestehen aus dreischaligem Mauerwerk, dies bedeutet, dass sich zwischen den äußeren und inneren Sandsteinflächen eine Füllschicht befindet. Da fortwährend Wasser eindringt, verliert der Turm kontinuierlich  an Masse und damit an Stabilität. Die entstandenen Hohlräume wurden daher mit hydraulischem Kalkmörtel verfüllt. Um künftig das Ausmaß an Schäden zu reduzieren, wurden unter Anderem neue Brüstungen mit Bleiverfugung hergestellt. Dank der feuchten Witterung während des Arbeitszeitraums konnten die Arbeiten schneller voran schreiten als geplant, da der Fugenmörtel während des Aushärtens nicht zusätzlich befeuchtet werden musste. So konnte der obere Teil des Gerüsts bereits im September abgebaut werden. 

Die Stützen in den Biforien und Triforien wurden bei der Erbauung des Turms im 19. Jahrhundert mit Eisenankern verklammert. Mit Ultraschall wurden diese auf Korrosion untersucht. War eine starke Schädigung zu erkennen, erfolgte   ein Austausch durch Edelstahlanker. Die Fensterbänke wurden überarbeitet und gegebenenfalls mit Sandsteinvierungen ergänzt. Alle historischen Bautechniken wurden wie früher in Handarbeit ausgeführt. Die Arbeiten konnten  von Firmen durchgeführt werden, die auf die Instandsetzung historischer Gebäude spezialisiert sind. 

Zu den substanzerhaltenden Maßnahmen gehörten weiter: eine Kontrolle des Turmhelms und eine Erneuerung des Taubenschutzes. Die Holztreppe wurde überprüft und soweit überarbeitet, dass sie nun den aktuellen Sicherheitsbestimmungen genügt. Sie dient jedoch ausschließlich für Revisionszwecke. Die Treppe im gegenüberliegenden Südwestturm, die für den Besucherbetrieb eingerichtet wurde, musste weitaus höheren Sicherheitsanforderungen genügen. 

Außenillumination des Doms

Seit 2011 gibt es Pläne, die Illumination der romanischen Kathedrale zu erneuern, um sie auf einen aktuellen technischen Stand zu bringen und die ästhetische Wirkung der Inszenierung zu verbessern. Einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Außenillumination konnte das Ingenieurbüro Bamberger aus Pfünz bei Eichstätt für sich entscheiden. Der wissenschaftliche Beirat fungierte bei diesem Wettbewerb als Fachjury.

Die Gesamtkosten für Anschaffung und Aufbau der Anlage liegen bei 380.000 Euro. Die Initiative, die Anschaffung und der Aufbau der Anlage ist ein Förderprojekt der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, welche die neue Außenbeleuchtung mit einer Zuwendung in Höhe von 300.000 Euro ermöglicht. Diese Summe setzt sich aus zwei Einzelspenden aus den Reihen der Stifter und aus Stiftungserträgen zusammen. Das Domkapitel ist den beiden Spendern, Frau Isolde Laukien-Kleiner und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Dr. Manfred Fuchs, für ihre finanzielle Unterstützung zu großem Dank verpflichtet. Die Stadt Speyer bezuschusst die Maßnahme mit einer Zuwendung in Höhe von 80.000 Euro. 

Zwischen der Stadt Speyer und dem Domkapitel Speyer  besteht seit dem 11.11.2015 ein Vertrag unterzeichnet, der die Finanzierung für Aufbau und Unterhalt der neuen Außenbeleuchtung des Doms regelt. Bislang wurde die Beleuchtung mit Unterstützung der Stadt und der Stadtwerke Speyer betrieben. Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung teilen sich Domkapitel und Stadt weiterhin die Unterhaltskosten und die Verantwortung für die Außenbeleuchtung der Kathedralkirche.

Mit der Erneuerung der Außenbeleuchtung der Kathedrale und UNESCO-Welterbestätte Dom zu Speyer werden zugleich mehrere Ziele verfolgt. Erstens ermöglicht es die neue Beleuchtung, die plastische Wirkung des romanischen Baukörpers stärker heraus zu arbeiten. Dies wird durch Bodenstrahler und Flächenleuchten im Außenbereich und innerhalb der Türme erreicht. Die im Außenbereich positionierten Strahler erhalten aus Rasterfolien geschnittene Masken, so dass der Scheinwurf individuell auf den jeweiligen Bereich des Doms angepasst ist. Der Dom erhält damit eine für ihn maßgeschneiderte Beleuchtung. Die moderne LED-Beleuchtung und die Vernetzung der einzelnen Strahler ermöglicht zweitens eine dynamische, das heißt den Nachtzeiten und Lichtverhältnissen angepassten Steuerung der Beleuchtung. Dies dient dann auch dem dritten Ziel des neuen Beleuchtungskonzepts: Durch die Erneuerung der in die Jahre gekommenen technischen Infrastruktur wird die Energieeffizienz erhöht und damit der Stromverbrauch verringert. Letzteres sieht das Domkapitel auch als wichtige Maßnahme im Sinne einer ökologischen Verantwortung, wie sie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ fordert. Erreicht wird dieser Effekt durch den Einsatz moderner LED Technik. Diese dient zudem dem Tierschutz, da das Lichtspektrum so gestaltet wird, dass Vögel, wie der Wanderfalke, nicht irritiert werden. 

Die neue Außenbeleuchtung besteht aus etwa fünfzig Bodenstrahlern, Lichtmasten an sechs bereits bestehenden Positionen, zusätzlichen Strahlern auf zwei gegenüberliegenden Gebäuden sowie einige wenigen in den Türmen positionierten Leuchten. 

Zu den technischen Voraussetzungen für die neue Illumination des Doms gehörte das Herstellen neuer Leitungen und einer Glasfaserverkabelung im Außenbereich des Doms. Ziel war die Gesamtvernetzung der Anlage mit der Möglichkeit einer zentralen Beleuchtungssteuerung. Für die Vernetzung fanden im Mai des Jahres 2015 Voruntersuchungen statt. Im Frühjahr des Jahres 2016 wurde die Maßnahme ausgeschrieben. Im Oktober begannen die Bodenarbeiten. Rechtzeitig vor Weihnachten konnte die neue Außenbeleuchtung des Doms in Betrieb genommen werden. Seither wird weiter an ihr gearbeitet um die Wirkung noch zu optimieren und Blendeffekte zu mindern.

2015 

Südwand Sakristei

An der Außenwand der Sakristei erfolgte die Instandsetzung von Sandsteinen und Metallteilen, wobei auf die Verwendung historischer Materialien wie etwa Bleiwolle für Fugen wertgelegt wurde. An der Südseite wurde geschädigter Sandstein ersetzt und Fugen neu verbleit. Witterung oder Rostsprengung hatten dem Sandstein hier zugesetzt. Auch Schäden, die durch Baumaßnahmen früherer Jahrhunderte entstanden waren, wurden gemildert: Bei den jüngsten Arbeiten war an Hand von Resten deutlich geworden, dass die Außenfassade der Sakristei vormals reich mit Gesimsen verziert gewesen sein muss. Durch das Abschlagen dieser Gesimse wurde die Wasserableitung gestört. Mittels neuer Solbänke und nach Innen verlegten Fenstergittern wurde der Versuch gemacht, die Situation zu verbessern. Am Türmchen der Sakristei wurde der zum Teil hohl liegende Zementputz abgenommen und durch einen Kalkputz ersetzt. Die Kosten der beschriebenen Maßnahmen beliefen sich inklusive Gerüststellung auf 280.000 Euro.

Fenster des Mittelschiffs

So wie die Fenster eines Wohnhauses dann und wann der Sanierung bedürfen, ist dies auch bei einer Kathedrale notwendig. Die Obergadenfenster des Speyerer Doms wurden zuletzt im 19. Jahrhundert komplett erneuert. Durch die Beanspruchung von Wind und Wetter hatten sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und wurden 2015 von Grund auf überarbeitet: gebrochene Glasscheiben wurden erneuert, die Fenster gereinigt, lose Scheiben fixiert und die Scheiben im Anschlussbereich der Gewände neu eingeputzt, wobei der Farbton dem der umliegenden Mauersteine angepasst wurde. Bei den Arbeiten an den Metallelementen wurden die nach 1960 ergänzten unteren Bereiche der Fenster in Form und Verbleiung den oberen, älteren Bereichen angeglichen um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen. Die Kosten der beschriebenen Maßnahmen beliefen sich inklusive Gerüststellung auf 85.000 Euro.

Risssanierung und Putzsicherung

Im nördlichen Seitenschiff wurde 2015 mit einer Risssanierung und Putzsicherung an Wand-und Gewölbeflächen begonnen. Malerarbeiten, die vor etwa 10 Jahren unterbrochen wurden, sollen nun abgeschlossen und Putzrisse beseitigt werden. Diese Maßnahme wird in historischer Technik durchgeführt: Zunächst werden die Risse mit carbonatisch gebundenem Mörtel verschlossen, anschließend werden Wände und Gewölbe mit Sumpfkalk neu gefasst. Geeignete Putze sind unverzichtbar, da sie für eine Pufferung der Feuchte sorgen, insbesondere in den Übergangszeiten, in denen die Luftfeuchte im Rauminneren ansteigen kann. Ein Rollgerüst in der Breite eines Joches wandert, dem Arbeitsfortschritt folgend, von Westen nach Osten durch das Seitenschiff. Die Kosten inklusive Gerüststellung betrugen 90.000 Euro.

Feuchtemessung

In der Afrakapelle und im Chorraum des Doms wurden neue Geräte zur Feuchtemessung eingebacht. Hier geht es darum zu beobachten, ob das Klima für Gebäude und Inventar nicht schädlich ist. Bedingt durch das feuchtwarme Klima der Region herrscht im Dom grundsätzlich eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit.

Geländer

Geländer in der unmittelbaren Domumgebung, etwa an der rechts vor dem Westbau befindlichen Rampe, wurden erneuert und den Sicherheitsvorschriften angepasst. Ebenso wurden neue Geländer in der Vorhalle installiert.

Im Dominnern wurden die Handläufe am Treppenaufgang zur Katharinenkapelle erneuert.

Weihwasserbecken

Fehlende Weihwasserbecken werden ergänzt, etwa am barrierefreien Benno-Portal im Nordosten. Geprüft werden darüber hinaus verbesserte Standorte an allen Portalen. In alle Becken wurden neue Einsätze aus Kupfer eingebracht.