Saturday, 10. September 2022

„Seid Diener der Zuversicht!“

Weihbischof Otto Georgens mit den neuen Diakonen Carsten Neuheisel (links) und Frank Bodesohn.

Weihbischof Georgens weihte Frank Bodesohn und Carsten Neuheisel im Speyerer Dom zu ständigen Diakonen

Speyer. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Dom zu Speyer sind Frank Bodesohn aus der Pfarrei Heiliger Bruder Konrad, Martinshöhe, und Carsten Neuheisel aus der Pfarrei Heiliger Ingobertus, St. Ingbert am Samstag von Weihbischof Otto Georgens zu ständigen Diakonen geweiht worden.

„Diakone machen deutlich, was die Berufung von uns Getauften ist: Dienen. Dieses schlichte Tun-Wort ist eine radikale Absage gegen andere bestimmende Tun-Wörter, die Lebenshaltungen beschreiben: Bestimmen, Sich-Durchsetzen, Herrschen. Das gesamte Leben Jesu, seine Verkündigung und alles, was er getan hat, lassen sich als bewusster Dienst beschreiben“, erklärte Weihbischof Georgens in seiner Predigt.

Geweihte Diakone sollten ihre Aufgabe wenn möglich nicht allein bewältigen, sondern Mitsorgende suchen und befähigen. Sie seien „Anwälte, Mahner und aktiv Engagierte, um die Großzügigkeit Gottes verlässlich darzustellen.“ Als möglichen Auftrag von Diakonen in der heutigen Zeit nannte Georgens unter anderem die Sorge um Suchterkrankte, Hilfestellung für Menschen in der schwieriger werdenden Wohnversorgung zu leisten, die Begleitung von armutsgefährdeten Personen oder „Initiativen im weiten dringenden Feld ökologischer Verantwortung“. Diakone seien mit ihren Charismen gefragt, „anwaltschaftlich für ein menschenwürdiges und zukunftsfittes Leben einzutreten“, so Georgens.

Angesichts einer „Zeit bedrohter Zuversicht“ würden Diakone für den „Dienst der Zuversicht“ geweiht. „Als Hörende, Betende und mit dem Herzen Glaubende können sie diesen wichtigen Dienst an unserer Gesellschaft tun. In Jesus allein ist letztlich unsere ganze Zuversicht begründet. Er ist der Diakon par excellence“, betonte der Weihbischof.

„Diakone sind hörende, zuversichtliche Männer der Tat. In ihrem Tun leiten sie viele an, über den Tellerrand der eigenen Befindlichkeit hinauszublicken und sich für das Reich Gottes in die Waagschale zu werfen. Dienen – das ist ihr und unser Lebensprogramm. Darin liegen eine persönliche Freude und die Wegspur zu neuer Glaubwürdigkeit unserer Kirche. Seid Diener der Zuversicht!“, ermunterte Georgens die beiden neuen Diakone.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von einem Vokalensemble der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domkantor Joachim Weller.

Die Weihekandidaten
Frank Bodesohn, Jahrgang 1979, stammt aus Weselberg. Rund 15 Jahre war der jetzt 43-Jährige als Krankenpfleger tätig. Er hat berufsbegleitend ein Studium aufgenommen mit Ziel, Lehrer zu werden. Heute unterrichtet er Deutsch, Religion und Ökologie an der St. Katharina-Realschule in Landstuhl.

Für die Ausbildung zum Diakon musste Bodesohn selbst nochmal die Schulbank drücken. Das wird so bleiben: Im Herbst beginnt er die Fortbildung zum Schulseelsorger, diesen Dienst will er an seiner Schule übernehmen. Und natürlich kommt zur Tätigkeit des Diakons im Zivilberuf die Mitarbeit in Liturgie und Seelsorge in seiner Heimatpfarrei Martinshöhe, z.B. bei Taufen oder Hochzeiten.

Carsten Neuheisel wurde 1989 in St. Ingbert geboren. Im Zivilberuf ist Neuheisel Polizeibeamter und als Sachbearbeiter im Saarbrücker Innenministerium mit Verwaltungstätigkeiten beschäftigt.

Mit Bildung der neuen Großpfarrei Heiliger Ingobertus im Jahr 2015 wurde Neuheisel in die verantwortungsvolle Aufgabe des Pfarreiratsvorsitzenden gewählt. Dieses Amt will er nach der Weihe zur Verfügung stellen. Seine künftigen Pfarrei-Aufgaben als Diakon werden nach der Weihe festgelegt werden.

Die Diakonenweihe ist ein Weiheamt in der katholischen Kirche. Im Bistum Speyer gibt es 67 Ständige Diakone, davon sind 24 im Ruhestand und 15 Diakone sind im Hauptberuf und 28 Diakone nebenberuflich, also mit Zivilberuf, tätig. Ihr Einsatzfeld ist neben den liturgischen Funktionen (Wortgottesdienste, Taufe, Eheassistenz, Begräbnisfeiern) vor allem der sozialcaritative Dienst in der Pfarrgemeinde (Kranken- und Seniorenarbeit, Besuchsdienst, Sterbe- und Trauerbegleitung, seelsorgliche Betreuung in Heimen). Im Oktober begeht das Bistum das Jubiläum „50 Jahre Ständiger Diakonat“ mit einem Fest.

Fotos: Klaus Landry

Die Predigt von Weihbischof Georgens im Wortlaut