Friday, 02. June 2017

Bistum feiert an Pfingsten das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung

Ökumenische Vesper und „Glaubensfeuer“ am Pfingstsonntag - Festgottesdienst, Domnapf-Ausschank und offene Türen des Bischöflichen Ordinariats am Pfingstmontag

Speyer. Das Bistum Speyer feiert an Pfingsten das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung - genau 200 Jahre nach der Unterzeichnung des Bayerischen Konkordats, mit dem das Bistum Speyer 1817 in den Grenzen des bayerischen „Rheinkreises“ wieder errichtet worden war. Das frühere Fürstbistum Speyer war im Jahr 1801 in Folge der Französischen Revolution untergegangen.

Feier des Jubiläums beginnt mit einer ökumenischen Pfingstvesper

Das Jubiläum der Neugründung steht unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“ (Off 21,5). Zum Auftakt am Pfingstsonntag (4. Juni) setzt das Bistum Speyer mit einer ökumenischen Pfingstvesper um 16 Uhr im Dom bewusst ein ökumenisches Signal. Zusammen mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann feiern die Vesper der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz Christian Schad und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest Pastor Dr. Jochen Wagner, der auch die Predigt halten wird. Auch Vertreterinnen und Vertreter weiterer christlicher Konfessionen nehmen an der Vesper teil.

In den Abendstunden des Pfingstsonntags wird im Speyerer Dom eine multimediale Licht-Klang-Installation mit dem Titel „Glaubensfeuer“ gezeigt. Die Besucherinnen und Besucher erleben außergewöhnliche Farbstimmungen und sphärische Klänge in Verbindung mit biblischen Texten.

Feierliches Pontifikalamt im Speyerer Dom am Pfingstmontag

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier steht das feierliche Pontifikalamt am Pfingstmontag (5. Juni) im Speyerer Dom. „Wir freuen uns auf einen Gottesdienst und eine Feier im großen Kreis der Bistumsfamilie, aber auch mit vielen Gästen von außerhalb“, erklärte Bischof Wiesemann bei einer Pressekonferenz am 29. Mai. An dem Gottesdienst, der um 10 Uhr im Speyerer Dom beginnt und von Domradio Köln per Livestream übertragen wird, nehmen zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil. Aus Berlin reist der Apostolische Nuntius in Deutschland Erzbischof Dr. Nikola Eterovic an. Aus dem polnischen Gnesen wird der Primas von Polen Erzbischof Wojciech Polak erwartet. Der frühere Speyerer Bischof und emeritierte Erzbischof von München-Freising Friedrich Kardinal Wetter hat sein Kommen ebenso zugesagt wie die Rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch das Erzbistum Bamberg und die Nachbarbistümer entsenden Vertreter. So werden zum Beispiel aus Metz Bischof Jean-Christophe Lagleize und aus Straßburg Weihbischof Vincent Dollmann erwartet. Aus dem afrikanischen Partnerbistum Cyangugu in Ruanda nimmt Bischof Jean Damascene Bimenyimana am Jubiläum der Neugründung teil. Aus Kroatien kommt der Erzbischof von Dakovo-Osijek Duro Hranic. Die Evangelische Kirche der Pfalz wird durch Kirchenpräsident Christian Schad vertreten sein. Die Verbundenheit mit Bayern kommt durch die Präsenz der bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm und des bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle sowie von Herzog Max in Bayern als Vertreter des Hauses Wittelsbach zum Ausdruck. Den saarländischen Landtag vertritt Landtagspräsident Klaus Meiser. Auch zahlreiche Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Landräte und Bürgermeister – manche davon auch aus dem rechtsrheinischen Gebiet, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum alten Fürstbistum Speyer gehört hatte - haben ihre Teilnahme angekündigt.

Im Dom sind auch die Seitenschiffe bestuhlt, so dass über 1.000 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Das Geschehen am Altar wird per Monitor in die Seitenschiffe übertragen. Auch im südlichen Domgarten wird eine Großbildleinwand stehen, auf die der Gottesdienst live übertragen wird. „Es gibt also reichlich Platz, um an diesem herausragenden Ereignis des Bistums persönlich teilzunehmen“, bekräftigt Kanzleidirektor Wolfgang Jochim, bei dem die Fäden der Organisation zusammenlaufen.

Ausschank von Pfälzer Wein aus dem Domnapf

Nach dem Pontifikalamt wird um circa 12 Uhr der Domnapf auf dem Domvorplatz mit Wein gefüllt und an die Teilnehmer der Jubiläumsfeier ausgeschenkt. Der Wein wird diesmal von der Weinbruderschaft der Pfalz gestiftet. Es handelt sich um einen 2016er Riesling-Cuveé der Weingüter Lidy (Frankweiler) und Axel Schäfer (Neustadt-Mußbach). Den Ausschank des Weines am Pfingstmontag übernimmt der Verkehrsverein Speyer. Der Wein wird über eine Glasleitung mit Zapfstellen in eigens zu den festlichen Anlässen gestaltete Gläser gefüllt. Insgesamt hat das Bistum Speyer 10.000 Gläser mit dem Logo des Bistumsjubiläums produziert. Die Gläser werden zum Preis von 3 Euro pro Stück an drei Verkaufsständen auf dem Domplatz verkauft. Der Glasverkauf beginnt am Pfingstmontag um 10.30 Uhr.

„Tag der offenen Tür“ am Nachmittag

Ein Tag der offenen Tür lädt die Besucherinnen und Besucher am Nachmittag dazu ein, neben der Vergangenheit auch die gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkte und die Zukunftsvisionen des Bistums kennenzulernen. Dazu öffnen das Bischöfliche Ordinariat und mehrere kirchliche Häuser und Einrichtungen rund um den Dom zwischen 12 Uhr und 16.30 Uhr ihre Türen.

Im Bischofshaus können die Besucher zum Beispiel die Hauskapelle besichtigen, in der die heilige Edith Stein gefirmt wurde. Die beiden Mallersdorfer Schwestern bieten kleine Appetithäppchen aus der Bischofsküche an. Das Bischöfliche Ordinariat stellt im Sitzungssaal des Allgemeinen Geistlichen Rates und des Domkapitels die wichtigsten Gremien und Räte des Bistums, ihre Aufgaben und ihre Zusammensetzung vor. Zur Familienforschung und historischen Recherche lädt das Bistumsarchiv ein, während sich die Auszubildenden des Ordinariats eine „Bistums-Rallye“ ausgedacht haben. In der Hauptabteilung Seelsorge können die Besucher in die Vielfalt der Seelsorge eintauchen. Unter anderem stellen sich die Jugend- und Erwachsenenverbände und der Katholikenrat mit eigenen Ständen und Aktionen vor. In der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung geht es unter anderem um das Thema Flucht und Vertreibung: Die Besucher sollen in aller Eile einen Koffer für die Flucht packen und sich dabei klar werden, was in einer lebensbedrohlichen Extremsituation wirklich ist.

In der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien werden der Umgang mit der Kirchensteuer und die Verwaltung kirchlicher Immobilien erklärt. Im Haus der Kirchenmusik haben die Besucher die Gelegenheit, in den Unterricht für Stimmbildung und Instrumentalunterricht hinein zu schnuppern. Zahlreiche weitere Angebote von der Flüchtlingshilfe bis zur historischen Ausstellung runden das Programm ab.

Offenes Singen im Dom und Aufführung des Chawwerusch Theaters

„Singt dem Herrn ein neues Lied“: Unter diesem Titel findet um 16.30 Uhr ein offenes Singen im Dom statt. „Von den Taten Gottes in der Geschichte zu singen, ermutigt zu Hoffnung und Zuversicht für den Weg der Kirche in Gegenwart und Zukunft“, lädt Bischof Wiesemann zur Teilnahme ein. Mit einer weiteren Aufführung des Theaterstücks „Wer die Wahrheit tut“ um 19 Uhr in der Speyerer Stadthalle setzt das Bistum den Schlusspunkt der Jubiläumsfeier. Das Theaterstück beleuchtet die schwierigen Anfangsjahre des Bistums Speyer im 19. Jahrhundert und das Ringen und einen glaubwürdigen Weg der Kirche, wie er sich an markanten Priestergestalten und ihrem Wirken ablesen lässt. Das Stück wurde vom Chawwerusch Theater in Herxheim entwickelt.

Weitere Informationen:

https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bistumsjubilaeum-2017/

Programmheft zum Herunterladen

Text / Foto: is