Sunday, 04. June 2017

Feier des Bistumsjubiläums mit ökumenischer Pfingstvesper eröffnet

Gottesdienst mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen – Predigt des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest Pastor Dr. Jochen Wagner

Den Auftakt der Feier zum 200-jährigen Jubiläum der Neugründung des Bistums Speyer bildete eine ökumenische Vesper im Speyerer Dom. „Als Christen sind wir berufen, gemeinsam Zeugnis für den einen Herrn Jesus Christus abzulegen“, erklärte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und knüpfte damit die Verbindung zum Ökumenischen Kirchentag an Pfingsten 2015 und dem ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in der Abteikirche Otterberg im März dieses Jahres. Er feierte die Vesper gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen, darunter der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) Christian Schad und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest Pastor Dr. Jochen Wagner, der auch die Predigt hielt. 

„Einheit ist immer eine dynamische Einheit. Man stärkt und ergänzt sich gegenseitig. Jeder bringt unterschiedliche Gaben ein“, deutete Wagner die Trias „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ aus dem Epheser-Brief des Apostels Paulus. Jesus als der gemeinsame Herr und das gemeinsame Zentrum verbinde die Konfessionen. „Das hat viel mehr Gewicht als das, was uns trennt.“ Der gemeinsame Glaube sei Einheit und Vielfalt zugleich. So lernten die Christen verschiedener Konfessionen auch immer wieder voneinander, was Glauben heißt. Christus habe einen Raum der Versöhnung eröffnet. Deshalb seien Christen zuallererst eine Gemeinschaft der Versöhnung. Damit es weiter gehe auf dem Weg der Ökumene, brauche es Entgegenkommen und Verständnis füreinander, so Wagner. „Dieses Miteinander wird uns Neues eröffnen, Neues wachsen lassen und uns in Bewegung bringen“. Die ökumenische Pfingstvesper bezeichnete Wagner als „historisches Ereignis“, das die Ökumene vorwärts bringe. „Dass der Vorsitzende der ACK und dazu ein Pastor einer evangelischen Freikirche heute predigt, ist ein außergewöhnliches Statement: ein Statement für die Ökumene in all ihrer Breite.“

„Wir freuen uns von Herzen mit dem Bistum Speyer und gratulieren zum Jubiläum der Neugründung“, erklärte Kirchenpräsident Christian Schad für die Evangelische Kirche der Pfalz im Rahmen der ökumenischen Vesper. In der Gottesdienstgemeinschaft, „also im gemeinsamen Beten, Singen und Hören auf Gottes Wort“, zeige sich für ihn „am Klarsten die sichtbare Einheit des einen, ungeteilten Leibes Christi“. Bereits zur Zeit der Neugründung des Bistums Speyer im Jahr 1817 und der Union lutherischer und reformierter Protestanten im Jahr 1818 habe es intensive ökumenische Kontakte gegeben. Eine Union der Konfessionen sei heute kein ökumenisches Modell mehr, wohl aber „die Suche nach sichtbarer Einheit als vielfältige Gemeinschaft in einem Glauben und am Tisch des Herrn.“

Als Vertreter der orthodoxen und altorientalischen Kirchen und der Freikirchen wirkten Erzpriester Konstantin Zarkanitis (griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Ludwigshafen), Diakon Dr. Bishoy Soliman (koptische orthodoxe Gemeinde Kaiserlautern) und Pastor Rainer Burkert von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden (Mennonitengemeinde Enkenbach) mit. Weitere Mitwirkende waren Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert und Dekan Johannes Pioth, beide aus Pirmasens, als Vertreter der Fläche von Bistum und Landeskirche sowie der Präsident der Synode der Evangelischen Landeskirche Hermann Lorenz und Hede Strubel-Metz vom Vorstand des Katholikenrats im Bistum Speyer.

Die Texte des Gottesdienstes griffen das Motto des Bistumsjubiläums „Seht, ich mache alles neu“ auf und drückten die Bitte um das Kommen des Heiligen Geistes aus. Von ihm heißt es in den Psalmen, dass er das Antlitz der Erde erneuert. So wurde unter anderem Fürbitte dafür gehalten, „neue Wege zu finden, die unsere Einheit sichtbar werden lassen, und die uns helfen, in unserer Welt Frieden und Versöhnung zu stiften“. Ökumenisch war auch die musikalische Gestaltung der Vesper. Der Chor der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Ludwigshafen und der Diözesankammerchor unter der Leitung von Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub sangen liturgische Gesänge und Motetten zum Pfingstfest. An der Orgel spielte Professor Stefan Viegelahn, von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und ehemaliger Stifts- und Bezirkskantor in Landau.

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https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bistumsjubilaeum-oekumen-vesper/

 

Text: is / Fotos: Klaus Landry