Monday, 05. June 2017

„Singt dem Herrn ein neues Lied“

Mit einem offenen Singen im Dom und dem Festausklang im Domgarten findet ein gelungenes Jubiläumsfest seinen Abschluss

"Singt dem Herrn ein neues Lied": Unter diesem Titel stand das offene Singen im Dom, mit dem die große Jubiläumsfeier des Bistums am Pfingstmontag endete. Diesem Aufruf folgten rund 1200 Sänger und Zuhörer. In seinem Schlusswort danke Bischof Karl-Heinz Wiesemann den Gästen, die so zahlreich zum Mitfeiern gekommen waren. Sein ausdrücklicher Dank galt allen Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats, die das Jubiläumsfest auf die Beine gestellt haben.

"Es ist überwältigend für uns alle", sagte der Bischof zu Beginn des offenen Singens über Festgäste, die zu Tausenden nach Speyer geströmt waren. Er rief sie auf, einzustimmen, um Gott für diesen wunderbaren Tag zu danken. Das ließen sich die sangesfreudigen Besucher im vollgefüllten Dom nicht zweimal sagen und sangen mit – manche laut, andere leiser. Natürlich stimmte auch der Bischof selbst mit ein.

Ein Projektchor gab den Ton vor und sang einige Stücke allein. Er hatte sich erst anderthalb Stunden vor Beginn des offenen Singens zusammengefunden und das Programm nur einmal geprobt. Mitgliedern verschiedener Dommusik-Chöre und Sänger aus dem ganzen Bistum bildeten den Chor. Als Solisten traten Dekanatskantor Georg Treuheit und Martin Erhard, Dozent am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut, auf. Die Leitung übernahmen hauptamtliche Kirchenmusiker im Bistums und der Dommusik, Domorganist Markus Eichenlaub spielte die Orgel.

"Singt dem Herrn ein neues Lied" war das Stück, das die Jubiläumsgäste gleich nach einem Kanon anstimmten. Außerdem sangen sie viele andere neue Lieder, die meisten stammten aus dem 20. Jahrhundert sowie eines aus der Feder von Händel. "Ein altes Lied wird neu durch unseren Lobpreis", machte Domkapitular Franz Vogelgesang deutlich, der durch das offene Singen führte. Er lud die Gläubigen ein, sich durch die Musik von Gott berühren zu lassen.

Nicht nur Lieder des Glaubens und der Freude erklangen, auch Gebete. Ein vorgetragenes Gebet glich einer Liebeserklärung an Gott, war wie der Gesang eine Lobpreisung des Herrn. Aber: "Welchen Grund gibt es angesichts der Hoffnungslosigkeit von Hoffnung zu singen?", fragte Domkapitular Vogelgesang anschließend, gab einen Anstoß zum Nachdenken und auch die Antwort: "Der Grund hat einen Namen, ein Gesicht: Jesus." Es gelte, Gott zu loben, der uns auferstehen lässt zum Leben. "Halleluja", der Ruf "Lobt den Herrn!", sei so Vogelgesang das Lied der Erlösten – "von Händel bis Leonard Cohen". Seiner Anregung, nach dem "Halleluja" Gott zu applaudieren und den Blick nach oben zu richten, folgten viele. Den musikalischen Schlusspunkt setzte das getragene, aber dennoch jubilierende Stück "Wäre Gesanges voll unser Mund", ehe Franz Vogelgesang im Wechsel mit der Gemeinde das Bistumsgebet betete.

Jubel, Hoffnung und Zuversicht sollte das Singen verbreiten - das nahm auch der Bischof mit seinen Schlussworten auf. Zum Ende des so seinen Worten zufolge "denkwürdigen Tages und Glaubensfestes" dankte er den Besuchern für ihr Kommen und bezeichnete die zahlreichen Mitfeiernden als "Zeichen der Ermutigung und des lebendigen Glaubens". Er dankte den Musikern und ganz besonders allen, die zum Gelingen des Bistumsjubiläums beigetragen haben, namentlich Generalvikar Franz Jung und Kanzleidirektor Wolfgang Jochim sowie allen Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats: "Es war eine grandiose Leistung." Manche Beschäftigte des Ordinariats arbeiteten im Verborgenen, erklärte der Bischof. Aber zum Bistumsjubiläum seien alle Türen zum Hineinschauen geöffnet worden – daneben die des Bischofshauses. Mit dem Worten: "Singt dem Herrn ein neues Lied: Nehmt diesen Schwung in den Alltag hinein", verabschiedete sich Karl-Heinz Wiesemann, ehe noch einmal ein Halleluja erklang, das den ganzen Dom erfüllte. Den Schlusspunkt setzte das Mottolied der Jubiläumsfeier.

Nach dem offenen Singen im Dom ging es im südlichen Domgarten rund um den Ölberg mit mitreißender Musik weiter. Die Vanecek-Wandermusikanten aus dem Kuseler Musikantenland brachten ihre Zuhörer nicht nur zum Mitsingen, sondern auch zum Tanzen, Lachen und lautstarken Jubeln. Mit ihren Blasinstrumenten und Trommeln sorgten für die lockere Atmosphäre, in der das Fest bei Speis und Trank mit Begegnungen und Gesprächen ausklang. 

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Bildergalerie zum offenen Singen

Fotos: Klaus Landry, Yvette Wagner / Text: Yvette Wagner