Mittwoch, 22. Mai 2019

300 jungen Stimmen erfüllten den Dom

Die jungen Sängerinnen und Sänger gestalteten gemeinsam eine Vesper und einen Gottesdienst im Dom.

Chöre der Domkirchen Bamberg, Würzburg und Eichstätt besuchten die Chöre der Dommusik

Speyer. Im Königschor des Doms zu Speyer versammelte sich am Wochenende zweimal eine große Schar junger Sängerinnen und Sänger und erfüllte den ganzen Kirchenraum mit ihrem Gesang. Von Freitag bis Sonntag waren rund 300 Kinder und Jugendliche aus Chören der Domkirchen Bamberg, Würzburg und Eichstätt nach Speyer gekommen, um zu singen, zu beten und zu feiern. Als logistischer Mittelpunkt für den Aufenthalt und die Verpflegung der Gäste diente das Haus der Kirchenmusik mit seinen großzügigen Räumlichkeiten und dem neu gestalteten Großen Chorsaal.

Nach zwei gemeinsamen Proben am Freitagabend und Samstagmorgen im Dom konnten die Jugendlichen die Stadt und den Dom bei Turmbesteigungen und Kryptabesuch näher kennenlernen. Am Abend fand ein offenes Singen für die Kinder und Jugendlichen im Forum des Historischen Museums der Pfalz unter Anleitung von Bertrand Gröger, dem renommierten Leiter des Jazzchors Freiburg, und dem Beatbox-Experten Julian Knörzer statt.

Zusammen mit dem einheimischen Mädchenchor am Dom und den Domsingknaben gestalteten die Gastchöre musikalisch eine Vesper am Samstagabend, der liturgisch Domdekan Christoph Kohl vorstand, und das Pontifikalamt mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann am Sonntag im Dom. Der Domdekan ging mit der Redewendung „Davon kann ich ein Lied singen“ auf die jugendlichen Sängerinnen und Sänger ein und stellte das Loblied Mariens, das Magnificat, in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Bischof Wiesemann griff die zweite Lesung des Sonntags, die Vision des Johannes auf „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“. Er hob hervor, dass die jungen Menschen auch eine Vision haben und mit ihrem Singen anderen Menschen ein wahrhaftiges Zeugnis ihres Glaubens geben. Auch die Musik habe visionäre Kraft. Beim Singen stimme man gemeinschaftlich in etwas Größeres ein. Wenn man spüre, wie der ganze Chor einen einzigen Raum durchmessen und erfüllen könne, und dabei Menschen mitnimmt, dann geschehe etwas Besonderes: Ein Stück des himmlischen Jerusalem komme dann auf der Erde herab.

Bei den Gottesdiensten erklang Chormusik der Renaissance und der Gegenwart, so unter anderem das „Cantate Domino“ von Hans Leo Hassler, Richards Shephards „Song of Mary“ und das Regina coeli von Gregor Aichinger. Ein beeindruckendes Klangerlebnis von 300 jungen Stimmen im fast tausendjährigen Dom.

Text/Fotos: Dommusik Speyer