Freitag, 02. April 2021

Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu

Generalvikar Andrea Strum predigte im Karfreitagsgottesdienst.

Generalvikar Andreas Sturm predigt bei Karfreitagsliturgie im Dom zu Speyer –Weihbischof Georgens stellt die Liebe in den Mittelpunkt seiner Predigt an Gründonnerstag

Speyer. Das Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu stand im Mittelpunkt der Karfreitagsliturgie im Dom zu Speyer. Zelebrant und Prediger war Generalvikar Andreas Sturm. Der Gottesdienst wurde, wie auch die Messe zu Gründonnerstag, live auf den Social Media Plattformen von Dom und Bistum übertragen. Am Gründonnerstag hatte Weihbischof Otto Georgens die Messe zelebriert und gepredigt.

„Das Kreuz erinnert uns an den Leidensweg unseres Herrn, an seine letzte Station“, erklärte Generalvikar Andreas Sturm in seiner Predigt. Und unabhängig davon, wie ein Kreuz gestaltet sei, bleibe es immer ein Bild von Tod und Leid. In dem dreimaligen Ruf zur Kreuzverehrung stecke die Aufforderung „das Bild des Gekreuzigten aber auch die vielen Kreuze, in denen das Bild des Gekreuzigten aufscheint“, wahrzunehmen.

Auch heute zeige sich das Bild des Gekreuzigten, das Kreuz, in ganz unterschiedlicher Weise und da gelte es hinzuschauen, nicht wegzublicken. „Vielleicht waren das im letzten Jahr die vielen Corona-Toten, die Gesichter der Angehörigen, die nicht von ihren Lieben Abschied nehmen konnten, die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, die am Ende ihrer Kräfte waren“. Das Bild des Gekreuzigten zeige sich in den unzähligen Kriegs- und Krisengebieten der Erde, in überfüllten Flüchtlingslagern oder den Gesichtern von hungernden und frierenden Kindern. „Das Bild des Gekreuzigten zeigt sich auch in all jenen, die sich in unserer Kirche ausgeschlossen fühlen, wegen ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder wegen Brüchen in ihre Lebensgeschichte“, erläuterte der Generalvikar. Oder es zeige sich in „Menschen, die wir lieben, die aber von Krankheit und Tod bedroht sind.“ 

All diese Kreuze gelte es anzuerkennen und zu ehren. Das Kreuz solle aber auch daran erinnern, „dass wir alles dran setzen müssen, um Leid zu wehren und so unseren Mitmenschen zu helfen und ihnen beizustehen.“ Das Kreuz sei mächtig und dort „wo wir das Knie vor dem Kreuz beugen, glauben und bekennen wir, dass Gottes Liebe mächtig ist, mächtiger als alles, was Menschen einander antun können“, bekräftigte Sturm.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Schola der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori gestaltet.

„In der Kirche haben wir den Auftrag, uns für die Liebe einzusetzen“
Am Gründonnerstag stellte Weihbischof Otto Georgens die Liebe in den Mittelpunkt seiner Predigt. „In der Kirche haben wir den Auftrag, uns für die Liebe einzusetzen“, betonte er und äußerte sich dankbar für pastorale Initiativen, die „in Beratung und Begleitung versuchen, die Wunden homosexueller Menschen, die sich nicht selten von der Kirche ausgeschlossen fühlen, zu heilen und so einen Platz und Heimat in der Kirche zu ermöglichen.“ Alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, seien berufen, den Weg der Liebe zu gehen und den Willen Gottes zu suchen. Jesus stelle einen „ganz und gar nicht egoistischen, nicht selbstgenügsamen, nicht willkürlichen Gott“ dar. Die Eucharistie und das Teilen des täglichen Brotes gehörten untrennbar zusammen.

Besonders würdigte Weihbischof Georgens die Hilfe der Caritas für Obdachlose, Alleinerziehende, Menschen unterhalb der Armutsgrenze, Einsame und kinderreiche Familien. „Unsere Caritas im Verband und in den Gemeinden will helfen, satt machen, wärmen, Hoffnung und Zuversicht geben“, so Georgens. Er erinnerte an die Menschen, die wegen Krieg, Verfolgung oder Aussichtslosigkeit geflüchtet sind, zum Beispiel die Geflüchteten in den Konfliktzonen des Nahen Ostens und an die Menschen in den Flüchtlingslagern in Griechenland. Die kirchliche Caritas helfe medizinisch, aber auch ganz grundlegend mit Lebensmitteln, Wasser und Hygieneprodukten. Auch das Speyerer Partnerbistum Cyangugu in Ruanda habe von Seiten des Bistums im vergangenen Jahr Hilfe und Unterstützung erfahren.

Predigt von Weihbischof Georgens zum Gründonerstag im Wortlaut

Fotos: Klaus Landry


Gottesdienste zur Osternacht und den Osterfeiertagen
Die Feier der Auferstehung im Dom zu Speyer beginnt am Samstag, 3. April, um 21 Uhr mit der Osternacht. Zelebrant ist Weihbischof Otto Georgens. Das Osterfeuer wird in der Vorhalle entzündet. Von dort aus wird die brennende Osterkerze in den dunklen Dom getragen. Die Osternacht ist das Hauptfest des Kirchenjahres und wird live übertragen, um möglichst vielen Menschen eine Mitfeier an den Bildschirmen zu ermöglichen.

Am Ostersonntag, 4. April, feiert Weihbischof Georgens um 10 Uhr ein Pontifikalamt.
Am Ostermontag, 5. April, um 10 Uhr zelebriert Generalvikar Andreas Sturm das Kapitelsamt im Dom.

Für die Gottesdienste ist eine Anmeldung vorab notwendig. Diese kann online unter www.kirchen-in-speyer.de oder über das Pfarramt der Dompfarrei Pax Christi telefonisch unter 06232-102140 oder E-Mail: pfarramt.speyer@bistum-speyer.de erfolgen. Zu den behördlich verordneten Hygieneschutzregeln für Gottesdienste gehört das durchgehende Tagen einer mitgebrachte  Mund-Nase-Bedeckung (KN95/N95, FFP2 oder OP-Masken-Standard), Handdesinfektion und 1,5 Meter Abstand zueinander sind verpflichtend.