Freitag, 01. April 2022

„Das Kreuz Christi als Antriebsfeder für das priesterliche Wirken“

Bistum Speyer nimmt in einem Requiem Abschied vom früheren Domdekan und Seelsorgeamtsleiter Hubert Schuler

Speyer. Mit einem Requiem in der Speyerer Friedenskirche St. Bernhard nahmen am 1. April zahlreiche Angehörige, Freunde und Weggefährten Abschied von Prälat Hubert Schuler, ehemals Domdekan und mehr als 20 Jahre Leiter des Seelsorgeamtes des Bischöflichen Ordinariats. Hubert Schuler war am 25. März im Alter von 83 Jahren verstorben. Er wurde im Anschluss an das Requiem auf dem Speyerer Kapitelsfriedhof neben der Friedenskirche St. Bernhard beigesetzt.

Das Requiem wurde von Weihbischof und Dompropst Otto Georgens zelebriert, mit Domdekan Dr. Christoph Kohl und Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer als Konzelebranten. Hundemer stellte die Aussage „Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten“ (1 Korinther 1,23) in den Mittelpunkt seiner Predigt. Domdekan Hubert Schuler habe darin seinen Dienst und Auftrag als Priester gesehen, „mit allen Herausforderungen und Widersprüchen in dieser Welt und in der Kirche selbst, mit denen sich schon der Apostel Paulus bei der Grundlegung seiner Missionstätigkeit auseinandersetzen musste“. Die Rettung kommt durch einen Gescheiterten und als Verbrecher Hingerichteten: Schon Paulus habe gewusst, dass so eine Botschaft eigentlich nicht zu vermitteln ist. „Aber Paulus wusste auch: Gottes Offenbarung setzt nicht auf mirakulöse Zeichen. Gott offenbart sich in Jesus als Mensch unter Menschen und sein Erkennungszeichen ist die Hingabe.“ Genau das sei das Credo von Domdekan Schuler gewesen. „Mit diesem Geist der Hingabe, mit dieser Leidenschaft für das Evangelium und Opferbereitschaft für die Sache Jesu hat er die Menschen angesteckt“, so Hundemer.

Schon das erste große Jugendtreffen unter Schulers Leitung habe die Ausrichtung gehabt, junge Menschen in Gemeinschaft zueinander zu bringen, im Zeichen des Kreuzes und in der Verbindung mit Gott. „Das Kreuz Christi als Zeichen unseres Heils war die Antriebsfeder für das priesterliche Wirken von Hubert Schuler“, unterstrich Hundemer. Schuler habe Christus als den Gekreuzigten vor allem durch die zwei „großen G’s“ verkündet: Gemeinschaft und Gesang.

Hundemer skizzierte einige Grundlinien von Schulers Wirken, zum Beispiel die Gemeinschaft im Freundeskreis der „camp mission“, die Priestergemeinschaft der „Innsbrucker“ und der Jugendseelsorger - „all dies begleitet durch die Gastfreundschaft von Liesel Schermer, bei der auch noch jeder unangemeldete Gast einen Platz am reich gedeckten Tisch fand.“ Hundemer erinnerte an die jährlichen Katholikentag in Johanniskreuz, den Papstbesuch 1987, die Reise des Codex Aureus durch das Bistum mit dem ökumenischen Christfest zur Jahrtausendwende und die große Lourdes-Wallfahrt mit rund 5000 Gläubigen. Der Pastoralplan in den 90er-Jahren mit seiner Betonung der Eigenverantwortung der Gemeinden und der Leitung durch eine „pastorale Ansprechperson“ verdiene „auch heute noch - oder wieder - hohe Bedeutung“, so Hundemer.

Schulers zweite große Leidenschaft seien der Gesang und die Musik gewesen. Mit dem damaligen Kirchenmusikdirektor habe er die ersten sogenannten „Rhythmischen Kirchenlieder“ komponiert, die beim Jugendkongress 1968 uraufgeführt wurden. Nach dem Willen des Domkapitels sollte Schuler Domkapellmeister werden. Doch seine Antworte habe gelautet: „Dazu bin ich nicht Priester geworden.“ Gleichwohl sei er dem Gesang treu geblieben. Die von Schuler veröffentlichte Liedersammlung „Neue Lieder der Gemeinde“ befinde sich noch heute in vielen Gemeinden und Verbänden. „Ein Zusammensein mit Hubert Schuler ohne gemeinschaftlichen Gesang war im Grunde undenkbar“, hob Hundemer Schulers Musikbegeisterung hervor. Durch die Krankheit sei seine Stimme zuletzt nahezu verstummt gewesen. „Umso überraschender war es für uns, als er bei der Feier seiner Krankensalbung voll innerer Leidenschaft in das Schlusslied mit einstimmte: Herr, du bist Gott; in deine Hand o lass getrost uns fallen.“

Musikalische gestaltet wurde das Requiem von der Schola der Dommusik unter Leitung des zweiten Domorganisten Christoph Keggenhoff sowie Domorganist Markus Eichenlaub an der Orgel der Friedenskirche St. Bernhard.

Predigt von Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer

Weitere Informationen zum Lebenslauf von Hubert Schuler:

https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichtenansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=27849&cHash=fd10aa353b77fba34816188373478fca