Donnerstag, 04. Mai 2017

Papstbesuch jährt sich

Papst Johannes Paul II. betet vor dem Gnadenbild im Speyerer Dom

Am 4. Mai 1987 besuchte Papst Johannes Paul II. Speyer – Erinnerung bis heute lebendig

Speyer. Vor 30 Jahren besuchte Papst Johannes Paul II. Speyer. Er folgte damit der Einladung des damaligen Bischofs von Speyer Dr. Anton Schlembach. Der letzte Besuch eines Papstes in der Domstadt lag da schon 930 Jahre zurück. Entsprechend groß war an diesem Tag der Andrang vor dem Dom: ca. 60.000 Menschen feierten zusammen mit dem Papst die Heilige Messe. Das Messgewand, das er dabei trug, kann zurzeit im Historischen Museum der Pfalz betrachtet werden. Dort macht eine Ausstellung die Erinnerung an diesen Tag wieder lebendig.

Anknüpfungspunkt für die Einladung von Papst Johannes Paul II. war das Wirken der Heiligen Edith Stein in Speyer, denn die Reise des Papstes war mit deren Seligsprechung verbunden. Diese erfolgte am 1. Mai 1987 in Köln. Am 4. Mai kam der Papst dann nach Speyer, wo Edith Stein an den Schulen des Klosters St. Magdalena als Lehrerin tätig gewesen war.

Nach der Ankunft und Begrüßung auf dem Hubschrauber-Landeplatz beim Schulzentrum Ost fuhr Papst Johannes Paul II. mit dem Papamobil ins Stadtzentrum. Bei seiner Fahrt auf der Maximilianstraße, die direkt auf den Dom zuführt, wurde er begeistert durch die am Straßenrand stehende Menschenmenge bejubelt. Danach besuchte der Papst zusammen mit Bischof Anton Schlembach und den Mitgliedern des Domkapitels den Dom. Dort betete er vor der Marienstatue, sprach in der Grablege der Kaiser das kirchliche Totengebet und segnete die Gräber. Anschließend zelebrierte der Papst auf dem Domplatz zusammen mit 60.000 Gläubigen eine Eucharistiefeier.

Museumsausstellung macht Erinnerung an Papstbesuch lebendig

Bei der Eucharistiefeier in Speyer trug der Papst ein Messgewand, das eigens zu diesem Zweck in Rom gefertigt worden war. Dieses Gewand ist derzeit in der Ausstellung „Weltbühne Speyer - Die Ära der großen Staatsbesuche“ im Historischen Museum in Speyer zu sehen. Auf die goldfarbene Kasel sind drei rote Kreuze aufgestickt, die beidseitig auf dem Stab des Gewandes zu sehen sind. Unter den roten Kreuzen ist auf der Rückenseite das päpstliche Wappen eingestickt. Im rechten unteren Wappenfeld verweist der Buchstabe M auf die Gottesmutter Maria. Ihr und dem heiligen Stephanus ist der Speyerer Dom geweiht. Da Johannes Paul II. am 27. April 2014 heiliggesprochen wurde, ist das Gewand ebenso wie das Messbuch, aus dem der Papst während der Messe vor dem Kaiserdom las, eine Berührungsreliquie.

Bei vielen Menschen ist die Erinnerung an den Besuch des Papstes bis heute lebendig. Die katholischen Kinder des Bistums hatten eigens schulfrei erhalten, um die Messe vor dem Dom mitfeiern zu können. In der Ausstellung „Weltbühne Speyer“ wird durch Fotografien und Filmsequenzen deutlich, wie viele Menschen der Papstbesuch auf die Straßen und vor den Dom lockte. Neben dem Gewand des Papstes sind auch das Messbuch sowie das Goldene Buch des Doms mit der Unterschrift des Papstes ausgestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September 2017 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen.

www.dom-zu-speyer.de

http://museum.speyer.de/aktuell/weltbuehne-speyer

Foto: Archiv "der pilger"