Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Dom zu Speyer 2018

Mediengespräch „Der Dom zu Speyer 2018“: Domdekan Dr. Christoph Kohl erläutert die verschiedenen Gottesdienstformate.

In einem Mediengespräch informierten Vertreter des Domkapitels über das, was in diesem Jahr das Leben am Dom ausmacht: Gottesdienste, Dommusik, Bauerhalt, kulturelle Angebote und die Angebote der Förderinstitutionen waren dabei Thema.

Speyer. „Der Dom ist mehr als ein Gebäude. Er lebt von dem, was Menschen in ihm und für ihn tun. Unser Ziel ist es zu zeigen, was alles in unserem Dom steckt und wie vielfältig die Angebote sind, welche die Gläubigen, Musikliebhaber oder kulturhistorisch Interessierten hier finden können“, erläuterte Domdekan Dr. Christoph Kohl zu Beginn des Mediengesprächs. Verschiedene Verantwortliche waren zusammen gekommen, um gemeinsam einen Blick auf das Geschehen rund um den Dom zu werfen.

Domdekan Dr. Christoph Kohl, zuständig für die Gottesdienste und die Musik am Dom, zeigte die Vielfalt des liturgischen Geschehens. Neben den Werktagsmessen, den Hauptgottesdiensten sonntags um 10 Uhr und den Messfeiern zu den Hochfesten des Kirchenjahres gibt es am Dom eine Reihe von besonderen Gottesdiensten und Formaten. „Der Reiz liegt für uns am Dom darin, auf der einen Seite eine jahrtausendalte Tradition zu pflegen und zum anderen auch immer wieder neue Formate zu kreieren, die dem Bedürfnis der Menschen von heute entsprechen. So gehört die Karfreitagsliturgie zu den ältesten bis heute praktizierten Liturgieformen, wohingegen das erfolgreiche Format ‚Nightfever‘ sich in seiner offenen und lockeren Form vor allem an junge Menschen richtet.“ 

Das musikalische Angebot in Liturgie und Konzert wurde von Domkapellmeister Markus Melchiori vorgestellt. Er zeigte sich besonders stolz auf die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsene „Dommusik-Familie“, die aus verschiedenen Chören und Ensembles besteht. „Wir sind sehr stolz auf die große Zahl von Sängerinnen und Sängern, die sich bei der Dommusik engagieren“, erklärte Domkapellmeister Melchiori. „Besonders für die Kinder ist es eine tolle Erfahrung, in einer großen Gruppe zu musizieren. Das ist eine große Leistung, die einiges an Vorbereitung erfordert. Die Energie und die Disziplin, welche die Kinder hierfür aufbringen, wissen wir sehr zu schätzen. Umgekehrt erleben wir, dass die Jungen und Mädchen sehr stolz auf das Erlernte sind und das Singen als Bereicherung erleben“. Ein weiterer Grund zur Freude stellt für ihn die Aussicht auf die Fertigstellung des neuen großen Chorsaales dar. Ende April soll das „Herzstück des Hauses der Kirchenmusik“ eingeweiht werden und damit einen ausreichend großen Proberaum bieten. Darüber hinaus bot er einen Ausblick auf die Konzerte des Jahres 2018 sowie geplante CD-Veröffentlichungen mit Weihnachts- und Orgelmusik.

Dompfarrer Matthias Bender gab einen Überblick über die Themen der Dompfarrei Pax Christi. Er sprach unter anderem über den Anschluss des pastoralen Konzepts für die Pfarrei. An wichtigen Veranstaltungen nannte der das Gemeindefest zum 100-jährigen Bestehen der Pfarrei St. Joseph, und das Große Gebet der Dompfarrei am 1. Advent. Außerdem wies er auf „nächtlichen Kirchentour“ am 24. August hin. Auf Grund des großen Erfolgs des Formats in den beiden vergangenen Jahren wird es auch in diesem Jahr wieder einen Streifzug durch Speyerer Kirchen geben.

Domkustos Peter Schappert erläuterte die Maßnahmen zum Bauerhalt, die sich in diesem Jahr auf die Zwerggalerie und den Vierungsturm konzentrieren. „Die ersten Untersuchungen am Vierungsturm haben uns gezeigt, dass der Turm umfassend saniert werden muss. Er wird daher ab Mitte des Jahres komplett eingerüstet werden“, erklärte Schappert. Parallel werde die Sanierung der Zwerggalerie, mit der im letzten Jahr begonnen wurde, weiter fortgeführt, führte der Domkustos aus. Er bedankte sich beim Dombauverein für die kontinuierliche Unterstützung der Baumaßnahmen und bei der Europäischen Stiftung für deren projektbezogenes Engagement.

Der Leiter des Dom-Besuchermanagements, Bastian Hoffmann, klärte über die neue Bezeichnung und Kennzeichnung der Dom-Info auf, die vor allem für internationale Besuchern die Anlaufstelle neben dem Dom präsenter machen soll. Für den Sommer kündigte er das ökumenische Projekt ARC an, dass zum 25. Mal Domführerinnen und Domführer aus verschiedenen Ländern nach Speyer entsendet. Friederike Walter, Leitung Dom-Kulturmanagement, sprach über eine stärkere Präsenz des Doms in den sozialen Medien um den Dialog mit den „Dom-Fans“ zu verstärken.

Professor Dr. Gottfried Jung, Vorsitzender des Dombauvereins informierte darüber, dass der Dombauverein im Jahr 2017 den Domerhalt mit einer Summe von mehr als 140.000 Euro unterstützt habe und in diesem Jahr eine Summe ähnlicher Größenordnung zur Verfügung stellen werde. Darüber hinaus gab er einen Überblick über die ideelle Unterstützung des Vereins für den Dom und das umfassende Angebot für alle am Dom interessierten, darunter wissenschaftliche Vorträge, Sonderführungen für Mitglieder und Aktionen am Tag des offenen Denkmals. 

Karl-Markus Ritter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, erinnerte an den großen Erfolg der Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ im vergangenen Jahr. Mit Blick auf das laufende Jahr wies er insbesondere auf das vierte wissenschaftliche Symposium der Stiftung hin, das sich mit Rudolf von Habsburg beschäftigt.

Text: Friederike Walter/Foto: Klaus Landry © Domkapitel Speyer