Donnerstag, 08. März 2018

Begräbnis und Weihe vor 975 Jahren

Diese Bleitafel wurde bei der Öffnung des Grabes der Kaiserin Gisela im Jahr 1900 gefunden und befindet sich nun in der Sammlung "Domschatz" im Historischen Museum der Pfalz

Tod der Kaiserin Gisela und Weihe der Ostteile des Speyerer Doms im März 1043

Speyer. Als Kaiserin Gisela am 11. März 1043 im Dom zu Speyer begraben wurde, legte man ihr eine bleierne Inschriftentafel, eine sogenannte Grabauthentik, unter den Kopf. Wissenschaftliche Untersuchungen im Jahr 2016 ermöglichten erstmals seit Auffindung der Tafel im Jahr 1900 eine Entzifferung der darauf enthaltenen Inschrift. Daraus folgerte eine bedeutende Erkenntnis: 1043 wurden die Ostteile des im Bau befindlichen Doms geweiht. Beide Ereignisse jähren sich nun zum 975. Mal.

„Für die Baugeschichte zentral ist die auf dieser Bleitafel enthaltene Information, dass bei der
Beisetzung der Kaiserin Gisela im Speyerer Dom am 11. März 1043 mindestens drei Erzbischöfe sowie deutlich mehr als zwölf Bischöfe aus allen Teilen des deutschen Reichs anwesend waren“, so Professor Dr. Matthias Untermann bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse im Oktober 2016.

Am 15. Februar 1043 starb Kaiserin Gisela in Goslar. Ihr Leichnam wurde nach Speyer überführt und am 11. März im Dom an der Seite ihres bereits 1039 verstorbenen Gemahls Konrad II. beigesetzt. Laut Untermann kommt als Anlass für die Anwesenheit dieser ungewöhnlich zahlreichen Erzbischöfe und Bischöfe in Speyer nur die schon länger geplante, feierliche Weihe der damals fertiggestellten Ostteile der im Bau befindlichen Domkirche in Frage. So hat das Todesjahr der Kaiserin nach langer Zeit eine zusätzliche Bedeutung erhalten.

Text: Friederike Walter / Foto: Historisches Museum der Pfalz, Peter Haag-Kirchner