Donnerstag, 31. Januar 2019

Darstellung des Herrn, Lichtmess oder Mariä Reinigung?

Fresko von Johann Baptist Schraudolph im Mittelschiff des Speyerer Doms

Ein Fest, drei Namen und für viele das Ende der Weihnachtszeit – Kapitelsvesper und Kapitelsamt am 2. Februar im Dom zu Speyer

Speyer. Das Fest „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar ist noch unter zwei weiteren Namen bekannt: Mariä Lichtmess und Mariä Reinigung. Es geht zurück auf ein frühes Ereignis in der Lebensgeschichte Jesu: 40 Tage nach seiner Geburt brachten Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn nach jüdischer Vorschrift in den Tempel. Bis dahin galt die Mutter nach der Geburt als „unrein“ – weshalb das Fest bis zur Liturgiereform 1969 den für Missverständnisse anfälligen Namen „Mariä Reinigung“ trug. Im Speyerer Dom findet sich auf den Fresken im Mittelschiff eine Darstellung dieser Begebenheit. Das Domkapitel feiert am Samstag, 2. Februar, 18 Uhr eine Kapitelsvesper und um 18:30 Uhr ein Kapitelsamt. Die Vox puellarum der Dommusik Speyer gestalten mit der Deutschen Vesper aus dem Gotteslob die Vesper, der Mädchenchor singt die Missa in A von Christopher Tambling und von George Dyson „Nunc dimittis“.

Für viele Menschen endet mit dem 2. Februar traditionell die Weihnachtszeit. Danach werden im Speyerer Dom die Weihnachtsbäume und die Krippe abgebaut. Im Gottesdienst wird es noch einmal festlich, wenn die Mitwirkenden mit brennenden Lichtern in die Kirche einziehen. Das Fest der „Darstellung des Herrn“ bezieht sich auf das 2. Kapitel des Lukasevangeliums, in der Jesus im Tempel von den greisen Propheten Simeon und Hanna als Erlöser erkannt und bezeugt wird. Für Simeon ist das Jesuskind „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“. Auf diesen Lobgesang des Propheten bezieht sich der Brauch, an dem Fest die Kerzen für das Jahr zu segnen und eine Lichtprozession durchzuführen – daher der Name „Lichtmess“. Nach der Liturgiereform endet die Weihnachtszeit mit dem Sonntag nach dem 6. Januar. So hat das Fest mit der Weihnachtszeit offiziell nichts zu tun.

Foto: Domkapitel Speyer