Die Speyerer Domkrippe 2020/21

Krippe war in den Schaufenstern in der Innenstadt zu sehen

Das Domkapitel Speyer hat beschlossen, aus Sicherheitsgründen auf den Aufbau der großen Krippenlandschaft im Dom zu verzichten. Anstatt dessen wurde de Krippe bis zum 10. Januar in den Schaufenstern von acht Geschäften in der Speyerer Innenstadtgezeigt. Im Dom selbst ist bis zum 2. Februar eine kleine Krippe mit dem Jsueuskind vor dem Volksaltar augebaut.

Das Zentrum bildete der Stall mit der Heiligen Familie. Diese war im Schuhhaus Bödeker an zentraler Stelle auf der Maximiliansstraße, der Haupteinkaufsstraße in Speyer, zu sehen. Aus zwei Richtungen näherten sich verschiedene Akteure der Krippe. Aus der Sonnen Apotheke schräg gegenüber wies der Engel ein paar Hirten den Weg. Der große Elefant samt Babyelefant, vor allem für Kinder stets ein Highlight der Weihnachtskrippe, waren einige Meter weiter im großen Schaufenster des Kaufhof zu sehen. Ein westlicher Außenposten befand sich neben der Gedächtniskirche im Schaufenster des Hörgeräteakustikers Leist, von wo aus sich ein weiterer Hirte auf den Weg macht. In Richtung Dom war die dem Stall nächstgelegene Station ein Pferd mit Pferdeführer, der im Fenster des Sportgeschäftes Sakul die Vorhut der Heiligen drei Könige bildete. Das Haushaltswarengeschäft Christmann bot Platz für eine Frau  mit Schafen am Brunnen. Die Heiligen drei Könige, in der Bibel  ist von Weisen aus dem Morgenland die Rede, wurden im Schaufenster der Einhorn Apotheke gezeigt. Ihnen folgten noch in einiger Entfernung ein Dromedar samt Führer, welcher sich im Schaufenster des Modehauses Schmittzu sehen war.

Der Flyer zur Krippe steht hier zum Download bereit.

Die Domkrippe in den Schaufenstern Speyerer Geschäfte

Die Figuren der Speyerer Domkrippe

Die Grundausstattung der Speyerer Domkrippe mit der Heiligen Familie schnitzte in den 1920er-Jahren der Münchner Bildhauer Otto Zehentbauer. Der Münchner Professor an der Akademie der Bildenden Künste war bekannt für seine Hochaltäre und Kirchenkreuze. Nach seinem Kriegseinsatz 1918 schuf er Krippen für zahlreiche Gotteshäuser; so auch für den Dom zu Aachen. Zehentbauers Figuren zeigen eine große Vielfalt und Ausdruckskraft. Sie sind mit viel Liebe und Sorgfalt geschnitzt. Kleinigkeiten sind exakt herausgearbeitet, dadurch wirken die Figuren lebensnah und natürlich. Ergänzt wurde die Krippe später durch einige Figuren des Bildhauers Filip Piccolruaz aus St. Ulrich im Grödner Tal (Südtirol). Er schnitzte unter anderem Reittiere für die drei Weisen: ein Dromedar, einen Elefanten mit Treiber sowie ein Pferd mit Pferdeführer.
Die Bedeutung der Weihnachtskrippen
Die figürliche Darstellung der Geburt Christi hat eine lange Tradition. Der heilige Franz von Assisi, nach dem Papst Franziskus seinen Namen gewählt hat, stellte das Geschehen im Stall von Bethlehem mit lebendigen Tieren nach. Figürliche Weihnachtskrippen, wie wir sie heute kennen, gibt es in Europa seit dem 16. Jahrhundert. Den Anfang machte das Jesuskind mit der Heiligen Jungfrau Maria. Noch vor dem heiligen Josef kamen Ochs und Esel dazu. Im Laufe der Zeit wurden die Weihnachtskrippen immer bild- und damit figurenreicher. Weihnachtskrippen haben theologisch die Funktion, die Menschwerdung Gottes auf anschauliche und faszinierende Art und Weise erfahrbar zu machen.