8. Türchen

Am 8. Dezember feiern wir Mariä Empfängnis

Stimmen Sie sich zunächst mit dem mittelalterlichen Hymnus "Salve Regina" auf diesen Festtag ein. Es singt die Schola Catorum Saliensis.

Was feiern wir mit "Mariä Empfängnis"?

Wohl kein Fest der katholischen Kirche wird so oft missverstanden wie „Mariä Empfängnis“, das am 8. Dezember begangen wird. Selbst unter Katholiken hört man oft die Ansicht, es gehe hierbei um die Jungfrauengeburt, also die Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist und seine Geburt durch Maria. Das liegt nicht zuletzt an der Doppeldeutigkeit der umgangssprachlichen Bezeichnung „Mariä Empfängnis“. Dem Wortlaut nach kann das sowohl bedeuten, dass Maria diejenige ist, die ein Kind empfängt, als auch, dass Maria selbst empfangen wird. Klarheit schafft erst der vollständige, allerdings kaum gebräuchliche Titel „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“.
Hinter dem Fest „Mariä Empfängnis“ steht die Überzeugung, dass Maria frei von jeder Sünde ist, auch von der Erbsünde. Das unterscheidet sie von allen anderen Menschen und soll ihre einzigartige Nähe zu Gott zum Ausdruck bringen. Papst Pius IX. erhob diesen Glaubenssatz am 8. Dezember 1854 in den Rang eines unfehlbaren Dogmas. Obwohl die Unfehlbarkeit des Papstes unter bestimmten Voraussetzungen erst 16 Jahre später vom Ersten Vatikanischen Konzil formuliert wurde, gilt dieses Dogma allgemein als erste in diesem Sinne unfehlbare Entscheidung eines Papstes.