Die Krippe im Dom zu Speyer

Cover Faltblatt Krippe

Viele Menschen kommen jedes Jahr um die Weihnachtszeit in dem Dom, um mit Freunden und Familie die Krippe zu betrachten. Bei der Krippe zum Weihnachtsfest 2018 gab es einige Neuerungen bei der Gestaltung – die Figuren blieben aber dieselben.

Bereits am 28. November wurde mit dem Aufbau der Krippenlandschaft am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffs im Dom begonnen. Unterstützung erhielt das Speyerer „Krippen-Team“ vom Bellheimer Pfarrer Thomas Buchert, der ein ausgewiesener Krippenspezialist ist. Mit seiner Hilfe wurde ein neuer Stall geschaffen, der besser zum orientalischen Charakter der Figuren passt. Unterstützung erhielt Buchert dabei von Wolfgang Leibig, der die „Steine“ der Gebäude aus Styrodur geschnitzt hat. Auch der Hintergrund wurde neu gestaltet. Anstatt der großen Tannenbäume ist nun das Bergland Judäas zu sehen, gemalt von Klaus Leibig, der sich zusammen mit seinem Bruder das Jahr über ehrenamtlich im Dom-Besucherdienst engagiert. Die Hauptarbeit übernehmen seit vielen Jahren die Sakristane des Doms Markus Belz und Michael Flörchinger. Sie kümmern sich mit spürbarer Begeisterung und viel Herzblut um die Krippenlandschaft.

Als erstes wurd das Podest aufgebaut. Einmal sechs und einmal sieben Meter sind die Seiten der Krippe lang, 4,50 Meter reicht das Tableau in die Tiefe. Auf der gestuften Anlage wurden verschiedene Architekturteile platziert. Um diese herum verteilten die Sakristane Steine und Erde, mit denen die Landschaft in der Gegend von Bethlehem nachempfunden wurde. Zwei Wasserläufe wurden angelegt, die für Bewegung in der Szenerie sorgen. Als Bepflanzung kamen in diesem Jahr  vor allem Olivensträucher und Bäume zum Einsatz, also Pflanzen, die im Heiligen land heimisch sind. Moos und kleinere Pflanzen komplettierten Stück für Stück die Landschaft. 

In den Tagen unmittelbar vor Weihnachten bevölkerten auch schon ein paar Tierfiguren die Krippe, wobei vor allem die beiden Elefanten für leuchtende Kinderaugen sorgten. Vollendet wurde die Krippe traditionell am 24. Dezember: erst dann hielt die Heilige Familie dort Einzug. 

Während Maria mit dem Jesuskind und Josef den Mittelpunkt der Krippe bilden, finden sich um sie herum weitere Menschen und einige Tiere, die alle ihre besondere Rolle in der Weihnachtsgeschichte spielen. Mit der Fertigstellung der Krippe wird in diesem Jahr zum ersten Mal ein neu produzierter Flyer über die Bedeutung der figürlichen Darstellung von Christi Geburt und der verschiedenen Bestandteile der Krippenlandschaft Auskunft geben. So erfährt man, welche Aussage hinter der Ankunft der Hirten steht und woher die Heiligen drei Könige stammen.

Die Grundausstattung der Speyerer Domkrippe mit der Heiligen Familie schnitzte in den 1920er-Jahren der Münchner Bildhauer Otto Zehentbauer. Der Münchner Professor an der Akademie der Bildenden Künste war bekannt für seine Hochaltäre und Kirchenkreuze. Nach seinem Kriegseinsatz 1918 schuf er Krippen für zahlreiche Gotteshäuser; so auch für den Dom zu Aachen. Zehentbauers Figuren zeigen eine große Vielfalt und Ausdruckskraft. Sie sind mit viel Liebe und Sorgfalt geschnitzt. Kleinigkeiten sind exakt herausgearbeitet, dadurch wirken die Figuren lebensnah und natürlich. Ergänzt wurde die Krippe später durch einige Figuren des Bildhauers Filip Piccolruaz aus St. Ulrich im Grödner Tal (Südtirol). Er schnitzte unter anderem Reittiere für die drei Weisen: ein Dromedar, einen Elefanten mit Treiber sowie ein Pferd mit Pferdeführer.

Die Krippe im Speyerer Dom ist vom 24. Dezember bis zum 2. Februar zu sehen. Der Dom ist werktags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 18 Uhr und an Sonntagen von 12 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. An Feiertagen gelten besondere Öffnungszeiten. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich. 

Die Domkrippe 2018

Fotos: Klaus Landry