Kurze Baugeschichte des Doms

Domgründer Konrad II.
Domgründer Konrad II.
Westansicht des Doms von 1606
Westansicht des Doms von 1606
Der Dom nach seiner Zerstörung
Der Dom nach seiner Zerstörung
Der neoromanische Westbau
Der neoromanische Westbau

Entstehung

Der salische Herrscher Konrad II. gab, wohl um 1030, den Auftrag zum Bau der romanischen Kathedrale. Sein ehrgeiziges Ziel: die Erbauung einer der größten Kirche ihrer Zeit. Der Dombau war Zeichen seiner Verantwortung gegenüber Gott und untermauerte seinen Herrschaftsanspruch als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Als Konrad 1039 im Dom beigesetzt wurde, war dieser noch eine Baustelle. Sein Sohn und Nachfolger Kaiser Heinrich III. führte die Bauarbeiten fort und unterstützte den Dom mit zahlreichen Stiftungen. 

Vollendung

Unter Kaiser Heinrich IV., dem Enkel des Gründers, konnte der Dom 1061 geweiht werden. Doch kaum 20 Jahre nach der Weihe begann Heinrich IV. mit einem Umbau, der weitgehend einem Neubau gleichkam. Die Gründe dafür sind nicht zweifelsfrei feststellbar. Dank für Erfolg auf dem Schlachtfeld sowie Demonstration seines Herrschaftsanspruchs insbesondere gegenüber dem Papst sind denkbare Beweggründe.
Die Ostteile wurden umgestaltet und reicher gegliedert. Das Mittelschiff erhielt ein Gewölbe, das größte seit der Antike. Außen bekrönte man das Mauerwerk mit der Zwerggalerie und auch die Türme wurden neu und höher ausgeführt. Der Dom bekam damit unter Heinrich IV. seine charakteristischen Merkmale und seine heutige Außenwirkung. Als der Kaiser im Jahr 1106 starb, stand der Dom vollendet, die damals längste Kirche der Welt. Heute ist der Speyerer Dom, nach der Zerstörung von Cluny, die größte romanische Kirche überhaupt.

Zerstörung

Immer wieder wurde der Speyerer Dom von Bränden heimgesucht. Doch der verheerendste Schlag traf die romanische Kathedrale 1689, als im pfälzischen Erbfolgekrieg die Truppen Ludwigs XIV. die Kurpfalz systematisch verwüsteten. Im Inneren wurden Gräber aufgebrochen und geplündert. Der Dom geriet in Brand und Teile des Kirchenschiffs wurden zerstört. Glücklicherweise hielt der hochromanische Ostteil den Flammen stand. In der Folgezeit wurde dieser mit einer Mauer abgeschlossen und weiter als Kirche genutzt. Mitte des 18. Jahrhunderts folgte ein Wiederaufbau. Doch kaum war das Gotteshaus mit einem barocken Westbau neu erstanden, brach die Französische Revolution aus; der aufgeputschte Pöbel wütete im Dom und zerstörte alle Altäre. 1806 sollte er abgerissen und als Steinbruch verwendet werden, was durch die Fürsprache des Mainzer Bischofs Colmar verhindert werden konnte.

Instandsetzung

Als die Pfalz nach dem Wiener Kongress an Bayern kam, veranlasste König Max I. 1817 die Wiederherstellung des Domes als Bischofskirche. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ König Ludwig I. von Bayern den Dom im Stil der Nazarener ausmalen. Wenig später wurde durch den Karlsruher Baudirektor Heinrich Hübsch der westliche Querbau mit den beiden Vordertürmen in neuromanischen Formen errichtet.

Bei der großen Domrestaurierung der 1950er Jahre erfolgte eine „Re-Romanisierung“ des Doms. Die Ausmalung des 19. Jahrhunderts wurde entfernt. Die Pfeiler erhielten zur Festigung Zementinjektionen und der Boden wurde auf das ursprüngliche Niveau tiefergelegt. Daraus erwuchs auch die Notwendigkeit, alle fünf Portale des Doms mit neuen Bronzeportalen zu versehen. Die Dächer und Giebel wurden der ursprünglichen Form angenähert, allerdings zum Teil mit modernem Baumaterial.

Der denkmalgerechte Erhalt des Doms bleibt eine immerwährende Aufgabe. 1 Million Euro sind dafür durchschnittlich im Jahr notwendig. 

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