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Auf der Außenseite kommt in 25 stark profilierten Hochreliefs die gesamte biblische Heilsgeschichte zur Darstellung: von der Schöpfung bis zur Selbstoffenbarung des auferstandenen Jesus Christus. Bedeutsam ist, dass drei Darstellungen ein Doppelquadrat in Anspruch nehmen: Mose mit den Gesetzestafeln, Jesus bei der Bergpredigt und der auferstandenen Jesus.

1 Im Anfang war das Wort, Gen 1-3

Dargestellt wird das Ur-Chaos. Die Urflut im unteren Teil des Bildes wirkt schon beruhigt und strukturiert, während die Elemente Sonne und Gestirne, die in der oberen Bildhälfte dargestellt sind, noch unfertig wirken.

2 Der Geist über den Wassern, Gen 1-3

Das Wirken Gottes wird in Form einer Taube dargestellt. Gottes Geist schwebt über den Wassern. Das Chaos, das im Grunde nicht darstellbar oder beschreibbar ist, wird durch Gott beherrscht und eingegrenzt.

3 Gott schuf den Menschen, Gen 1-3

Die künstlerische Darstellung zeigt Mann und Frau in friedvollem Nebeneinander. Sie schauen einander an, sind einig mit sich und der gottgeschaffenen Natur, die in dem stilisierten Baum angedeutet ist. Trotz der Harmonie und des Friedens ist in der Schlange, die sich in den Blättern des Baumes befindet, und durch den Apfel in der Hand der Frau bereits der Sündenfall angedeutet.

4 Sündenfall, Gen. 1-3

Die Hand Gottes weist die Menschen hinaus. In gebeugter, ängstlicher Haltung und im Bewusstsein ihrer Verfehlung verlassen diese das Paradies.

5 Brudermord, Gen. 4,8ff

Ein Mann steht zum Schlag bereit mit erhobenem Knüppel über einem anderem bereits am Boden liegenden Mann. Dargestellt ist Kain, der aus Neid seinen Bruder Abel erschlagen hat.

6 Arche Noahs, Gen. 6-9

Zu sehen ist die riesige Arche, die auf einem Berg steht. Das Schiff hat drei Stockwerke und ein Giebeldach. Auf der Arche haben Noah, seine Familie und die jeweils zwei Tiere einer Art die Sintflut überlebten. Über der Arche ist ein Bogen zu sehen. „Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und euch stifte und zwischen und zwischen jeglichem Lebewesen bei euch für immerwährende Geschlechter: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll ein Bundeszeichen zwischen mir und der Erde sein.“

7 Noah pflanzt den Weinstock, Gen. 9,20

Ein Mann kümmert sich um einen Weinstock.

Die Pflanzung des Weinstocks durch Noah ist keine heilsgeschichtliche Schlüsselstelle. Nach der Sintflut ist jedoch ein völliger Neubeginn nötig, auch bei der Bebauung des Ackerbodens. Der Weinstock ist ein Symbol für einen neuen Anfang, ein Symbol des Lebens und des Anbruchs einer neuen Zeit. Es handelt sich um einen Hinweis auf die Pfalz.

8 Turmbau zu Babel, Gen. 11,1ff

Dargestellt ist in dem Relief die Entzweiung der Menschen von Babylon. Die Menschen wollten als Zeichen ihrer Macht einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reicht. Gott greift ein und bestraft die Menschen für ihren Hochmut, die Gottesfeindschaft und den Sittenverfall. Er verwirrt ihre Sprache, sodass sie sich nicht mehr verstehen. Die Völker entzweien sich, jedes geht in eine andere Himmelsrichtung, gehen in ihrer Sprache und ihrem Denken nach verschiedenen Richtungen auseinander und schließen sich ab, wie es der Künstler in der Gestaltung dieser Szene andeutet.

9 Abraham hört die Verheißung, Gen. 12,2 und Gen. 17,20f

Auf dem Relief steht Abraham da und hört auf Gott, der als Hand am rechten oberen Rand dargestellt ist. Um Abraham sind zwölf Sterne zu sehen.

Abraham erhielt von Gott den Auftrag auszuziehen „in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte.“ Dem Auszug folgt ein Nomadendasein, von dem Abraham nicht weiß, wo es enden wird. Noch dazu hatte er noch keinen ehelichen Sohn und Erben und war, wie auch seine Frau Sara schon in hohem Alter. Doch Gott sprach zu ihm: „Schaue hinauf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst. So wird deine Nachkommenschaft sein.“ (Gen. 15,5) Abraham glaubte und vertraute Gott. Gott erfüllte die Verheißung. Die Sterne sind ein Symbol für die zwölf Stämme Israels deren Stammvater Jakob, der Enkel Abrahams wurde. Die Segenslinie geht direkt von Abraham, über Isaak, Jakob, dessen Söhne bis hin zu Christus.

10 Jakob ringt mit Gott, Gen. 32,23ff

Zu sehen sind ein Mann und ein Engel, die miteinander kämpfen. Es ist Jakob, der Enkel Abrahams, der mit Gott ringt.

Jakob war der jüngere der beiden Söhne Isaaks, der seinen Bruder Esau um das Erstgeburtsrecht betrog und deshalb fliehen musste. Als er zurückkehrt und seinen Bruder gnädig stimmen will, muss er mit seiner Familie den Jabbok überqueren, einen kleinen Fluss im nördlichen heutigen Jordanien. Er bleibt als letzter allein zurück. Das stellt sich ihm ein Mann entgegen und ringt mit ihm. Aber es gelingt ihm nicht, Jakob zu überwältigen. Der hält ihn fest und lässt ihn erst los, nachdem er von ihm gesegnet ist. Da wird ihm gesagt, dass er nicht mit irgendeinem Menschen oder Engel gerungen habe, sondern mit Gott selber.

Juden und Christen haben diesen Kampf stets verstanden als das Ringen des Menschen mit Gott, sei es ihm Gebet, sei es in der Bewältigung der Lebensaufgabe.

Stammvater Jakob, der nach dem Ringen mit Gott seinen Namen Israel erhält, gilt als der Begründer der zwölf Stämme Israels. Er gilt als der Mann der frohen Hoffnung. Gott wird trotz allen menschlichen Versagens dem Volke Israel seine Hilfe und Gnade anbieten.

11 Moses mit den Gesetzestafeln, Ex. 20

Das Relief geht über zwei Felder. Dargestellt ist Moses der die Gesetzestafeln, die er auf dem Berg Sinai von Gott erhalten hat, in die Höhe hält.

Moses ist der Mittler, der die Worte Jahwes dem Volk überbringt. Moses erhält die „Zehn Gebote“ und Gott schließt seinen Bund mit Israel (Ex. 24,8). Israel hat am eigenen Leib erfahren, dass Gott es gut mit ihm meint. Die zehn Gebote sind keine Drohung, sondern Anleitung zum Leben, allerdings mit einem hohen Anspruch, dem der Mensch nur mit Gottes Hilfe gerecht werden kann.

12 Verkündigung, Lk. 1,26ff

Der Engel Gabriel verkündet Maria die frohe Botschaft. Es ist der Augenblick festgehalten, in dem die Antwort Mariens erwartet wird. Es ist sozusagen der ewige Augenblick festgehalten, in dem die Antwort Mariens erwartet wird.

13 Huldigung der Weisen, Mt. 2,1 ff

Auf der rechten Seite ist Maria mit dem Jesus-Kind zu sehen. Links sind drei Gestalten in langen Gewändern und mit Gefäßen in den Händen dargestellt, von denen zwei stehen und eine sich hingekniet hat, um seine Gabe zu überreichen und den Gottessohn anzubeten. Es sind die drei Weisen aus dem Morgenland. Jesus wird als König bezeichnet, gleichzeitig wird wieder eine Einheit aufgezeigt: Gott offenbart sich auch der Heidenwelt, die Darstellung zeigt die Anbetung des Gottessohnes durch die Vertreter der Völker.

14 Bergpredigt, Mt. 5,1ff

Auf dem Relief ist Christus auf dem hohen Berg in der Haltung des Lehrers zu sehen.

Jesus verkündet in der Öffentlichkeit die Botschaft vom Reich Gottes. Die Gesinnung, die zur Annahme innerlich bereit macht, zählt Jesus in den einzelnen Seligkeiten der Bergpredigt auf.

15 Versuchung Christi, Mt. 4,3ff

Jesus geht in die Wüste und der Versucher tritt an ihn heran. Dreimal wird Jesus vom Versucher angeredet: Wenn du Gottes Sohn bist, dann lass diese Steine zu Brot werden. Jesus antwortet: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das hervorgeht aus dem Munde Gottes. Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürze dich von der Zinne des Tempels, denn es steht geschrieben: „Seinen Engeln wird er deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht an einen Stein deinen Fuß stoßest.“(Ps 91, 11) Jesus antwortet: „Es steht wiederum geschrieben, du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Zuletzt nimmt der Teufel Jesus mit auf einen hohen Berg, zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sagt: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest“. Antwort Jesu: „Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“(Dt.6,13) Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und siehe, Engel kamen und dienten ihm.

16 Christus und die Samariterin, Joh. 4,7ff

Jesus sitzt n einem Brunnen und redet mit einer Frau, einer Samariterin.

Das Verhältnis zwischen Juden und Samaritern war von Feindseligkeit geprägt, ein Jude redete nicht mit einem Samariter, und schon gar nicht mit einer samaritischen Frau, die auch noch einen zweifelhaften Lebenswandel führte. Jesus redet mit ihr und macht ihr Hoffnung: Es gibt einen Weg, die Linie des Bösen zu durchbrechen.

17 Christus gebietet den Elementen, Mt. 8,23ff

Zu sehen ist Jesus der den Winden und dem See gebietet und die Menschen staunen und fragen: „Wer ist dieser, dass selbst Winde und der See ihm gehorchen?“ Es wird offenbar, dass hier einer am Werke ist, der mehr Macht hat als alle anderen.

18 Christi Nachtgespräch mit Nikodemus, Joh. 3,1ff

Jesus ist ein Gespräch mit einem anderen Mann vertieft. Dieser stützt seinen Kopf auf die Hand auf und wirkt nachdenklich.

Jesus macht dem Nikodemus, einem gelehrten Pharisäer klar, dass es kein angeborenes Recht auf das messianische Reich gibt. In dem Nachtgespräch erfahrt dieser, dass das Heil nicht über die menschliche Abstammung kommt sondern aus der gnadenhaften Neugeburt aus Wasser und dem Hl. Geist (=Taufe). Und außerdem ist zu erkennen, dass Christus sozusagen die „fleischgewordene Heilszusage“ Gottes ist.

19 Verrat des Judas, Mk. 14,43ff

Dargestellt ist Judas beim Verräterkuss - die Geißelsäule deutet bereits den Beginn der Passion an.

20 Petri Reue, Mk. 14,66ff

Petrus leugnet dreimal Jesus zu kennen und bekräftigt fluchend: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet. Dann aber kräht der Hahn zum zweiten Mal und Petrus erinnert sich des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte. Petrus vergräbt sein Gesicht in den Händen.

21 Kreuzestod, Mt. 27,45ff

Auf dem Relief dargestellt ist Christus am Kreuz mit weit ausgestreckten Armen. Unter dem Kreuzarmen stehen links Maria und recht der Jünger Johannes.

22 Auferstehung, Mk. 16,1ff

Auf dem Relief steht der Auferstandene vor der Grabkammer, um sein Haupt die Gloriole mit dem Zeichen des Kreuzes, die Rechte segnend erhoben: Der Tod ist überwunden, sein Werk auf Erden ist glorreich vollbracht.

Der Tod am Kreuz war der Preis für die Erlösung der Menschen und zugleich der Anfang für die Verherrlichung des Menschensohnes. Mit der Auferstehung Jesu steht und fällt Christentum und Kirche.

23 Ungläubiger Thomas, Joh. 20,25ff

Nach seiner Auferstehung erscheint Jesus seinen Jüngern. Diese berichten Thomas, der nicht dabei war, dass sie den Herrn gesehen haben. Er aber sagt: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und nicht meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich es nicht. Acht Tage darauf erscheint Jesus und Thomas erhält den Beweis, denn Jesus sagt: Lege deine Hand in meine Wunden und sei nicht mehr ungläubig, sondern gläubig. Weil du gesehen hast, hast du geglaubt. Selig, die nicht sehen und doch glauben.

24 Emmaus, Lk. 24,30ff

Dargestellt ist der Augenblick des Erkennens beim Brotbrechen.

Nach dem Osterfest erscheint Jesus zweien seiner Jünger und unterhält sich mit ihnen. Er erklärt ihnen an Hand der Schrift, wie das Geschehen in Jerusalem so ganz im Plane Gottes liege und die Schmach des Kreuzes nicht die Endstation des Messias sei. Sie laden ihn ein, mitzukommen, als sie Emmaus erreicht haben und beim gemeinsamen Mahl, d.h. beim Segnen des Brotes „gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten den Herrn.“

25 Simon Petrus, liebst du mich?, Joh. 21,15ff

Simon Petrus hat im Vorhof des Priesters versagt und Jesus verleugnet, aber seine Reue ist echt und groß. Nach der Auferstehung begegnet Simon Petrus dem Meister, und dreimal redet Jesus ihn an: „Simon, Sohn des Jonas, liebst Du mich?“ Und dreimal sagt Petrus: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Und·dreimal erhält Petrus den Auftrag, die Lämmer zu weiden, d.h. die werdende Kirche zu leiten und zu regieren.

26 Der gute Hirte (Tympanon), Joh. 10,9ff, Offbg. 19,9

Im Tympanon ist Christus am als guter Hirte, der alle seine Schafe in die ewige Herrlichkeit aufnimmt, dargestellt. Auf ihn laufen alle Felder in ihren Aussagen hin.

Darunter stehen die Worte: „Ut unum sint“- Mögen sie eins sein. (Joh. 17,20 ff)