Fastenpredigten zum Thema „Frieden“

Winfried Kretschmann und Gundula Gause predigen im Dom

Mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen hat das Domkapitel entschieden, die diesjährigen Fastenpredigten unter das Leitthema „Frieden“ zu stellen. Am 19. Februar wird der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, als Fastenprediger im Dom sprechen. Die Journalistin Gundula Gause kommt am 26. Februar zu einer Fastenpredigt nach Speyer. Damit konnten abermals zwei prominente Persönlichkeiten dazu gewonnen werden, die Tradition der Fastenpredigten im Speyerer Dom fortzusetzen. Ursprünglich hatte Kardinal Hollerich aus Luxemburg für eine weitere Fastenpredigt in der üblicherweise dreiteiligen Reihe zugesagt. Er musste jedoch aufgrund anderweitiger Verpflichtungen kurzfristig absagen, so dass in diesem Jahr zwei anstatt drei Fastenpredigten zu erleben sein werden.

Die Fastenpredigten im Speyerer Dom stehen unter der Überschrift „ImPuls“ und sind eingebettet in den Rahmen einer abendlichen Andacht im Dom. Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr. Die liturgische Leitung liegt am 19. Februar in der Hand von Domdekan Dr. Georg Müller, am 26. Februar steht Generalvikar Markus Magin der Andacht vor. Domorganist Markus Eichenlaub übernimmt die musikalische Gestaltung, wobei Text und Musik zueinander in Beziehung gesetzt werden. Alle Fastenpredigten werden live auf den Social-Media-Kanälen von Bistum und Dom übertragen und sind dort auch im Nachgang abrufbar z.B. unter
www.youtube.com/@domzuspeyer_official/streams

Hintergrund: Zur Tradition der Fastenpredigten

Fastenpredigten haben in der katholischen Kirche eine lange, bis in das 5. Jahrhundert zurückreichende Tradition. In früherer Zeit dienten sie auch der Vorbereitung der Taufbewerber auf den Empfang der Taufe in der Osternacht. Heute sollen sie, entsprechend dem Sinn der Österlichen Bußzeit, den Glauben der Zuhörer intensivieren und sie dabei unterstützen, ihr Leben am Evangelium zu orientieren.
Fastenpredigten sind gewöhnlich länger als eine Sonntagspredigt und werden meist von bekannteren Kanzelrednern, gelegentlich auch von prominenten Laien, gehalten. Liturgisch wird die Fastenpredigt allenfalls durch wenige Liedstrophen oder meditative Musik, Abschlussgebet und Segen zu einer Andacht erweitert.
Für das Spätmittelalter, vor Einführung der Predigtpflicht im Sonntagsgottesdienst, sind Fastenpredigten als allabendlicher Brauch von Aschermittwoch bis Ostern bezeugt. Oft wurden sie von Mönchen der Predigerorden gehalten und kamen dem wachsenden Bedürfnis nach persönlich-individuellem Glauben entgegen. Nicht selten enthielten sie eindringliche Beschreibungen der Leiden Christi und drastische Appelle zur Lebensführung der Zuhörer. Heute ist die wöchentliche Fastenpredigt im Rahmen einer thematischen Reihe vor allem im deutschen Sprachraum und in Frankreich verbreitet.