Mittwoch, 03. Juni 2026
Stiftergedenken im Dom zu Speyer

Als Konrad II. bestattet wurde, war der Dom noch eine Baustelle. Sein Sarkophag wurde daher eigens mit Eisenbändern gesichert. © Domkapitel Speyer, Foto: Klaus Landry

Weit sichtbar weist eine Nachbildung der Grabkrone von Konrad II. auf die Grabstätten der Herrscher im Dom hin. © Domkapitel Speyer, Foto: Peter Drach
Gottesdienst für salische Kaiser am 5. Juni
Speyer. Das Gedenken an die Toten spielt im Speyerer Dom eine wichtige Rolle. Für die vier Kaiser, die hier bestattet sind, war die „Memoria“ ein zentrales Anliegen, ging es doch um nichts weniger als das Seelenheil der Verstorbenen, welches durch das Gebet der Lebenden gesichert werden sollte. Das Domkapitel pflegt dieses Totengedenken unter anderem mit einem Gottesdienst für die Stifter, der jährlich in zeitlicher Nähe zum Todestag des Domgründers Kaiser Konrad II. stattfindet. Am 5. Juni wird in einer Kapitelsvesper und einem Kapitelsamt der Stifter gedacht. Pfarrer Thomas Ott leitet den Gottesdienst. Die Schola gregoriana gestaltet die Messfeier zum Stiftergedenken musikalisch.
Freitag, 5. Juni 2026 – Todestag Kaiser Konrad II., Stiftergedenken
18:00 Uhr – Kapitelsvesper
mit Pfarrer Thomas Ott
Schola gregoriana
Deutsche Vesper vom Gedenktag
Wolfram Menschick: Falsobordone – Satz zum Magnificat
18:30 Uhr – Kapitelsamt
mit Pfarrer Thomas Ott
Schola gregoriana
Gregorianik: Kyrie XI, Sanctus & Agnus Dei I
Communio: Qui manducat carnem meam
Zum Hintergrund: Tod und Gedenken für den Gründer des Doms Konrad II.
Kaiser Konrad II., Begründer des salischen Königshauses und Gründer des romanischen Doms zu Speyer, starb am 4. Juni 1039 in Utrecht. Seine Grablege befindet sich im Speyerer Dom. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Herrschergräber archäologisch untersucht. Die Grabbeigaben, unter anderem die Grabkrone Kaiser Konrads II., sind im Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz zu sehen.
Im Winter 1038/1039 war Konrad mit friedens- und rechtssichernden Maßnahmen im östlichen Sachsen beschäftigt. Von Ende Februar bis Ende Mai 1039 hielt er sich bereits erkrankt in Nimwegen auf. Dort wurden die beiden letzten (erhaltenen) Urkunden ausgestellt. Ende Mai zog er in die Bischofsstadt Utrecht, um am 3. Juni das Pfingstfest zu feiern. Der Tod trat plötzlich und überraschend im Kreis seiner Familie und der Bischöfe aus seiner Umgebung ein. Als Ursache für seinen Tod wird allgemein die Gicht überliefert. Nach einer Mailänder Quelle aus der Mitte des 11. Jahrhunderts sei Konrad schon fußkrank und mit schmerzenden Gelenken aus Italien heimgekehrt.
Im Utrechter Dom wurde sein Leichnam aufgebahrt und von dort aus in feierlichem Zug, wohl per Schiff, rheinaufwärts in die Heimat überführt. An verschiedenen Bischofsstädten am Rhein, darunter Köln, Mainz und Worms, wurde der Verstorbene unter Anteilnahme der Bevölkerung in die Ortskirchen gebracht. Einen Monat nach dem Tod des Herrschers erreichte der Leichenzug am 3. Juli Speyer, wo die Beisetzung stattfand.
Nach dem Hofhistoriographen Wipo soll die Trauer über den Tod des Kaisers tief gewesen sein. Auf Konrad dichtete er einen Trauergesang (cantilena lamentationum) und stellte in ihm den Tod des Herrschers in Zusammenhang mit dem Hinscheiden weiterer Familienmitglieder. Konrads Todestag wurde mit mindestens 26 Nekrologien häufiger als bei jedem anderen Salier verzeichnet. Ihm wurde unter anderem in Fulda, Prüm, Mainz, Salzburg, Freising, Bamberg, Bremen, Paderborn und Montecassino in liturgischer Form gedacht. Am 21. Mai 1040 machte Heinrich III. dem Utrechter Dom eine bedeutende Stiftung für das Seelenheil seines Vaters.

























