Montag, 14. September 2026

„Einmal Diakon, immer Diakon“

Diakonenweihe im Speyerer Dom © Klaus Landry

Diakon Matthias Breuer (links) wird von Priester Markus Breuer eingekleidet © Klaus Landry

Predigt von Weihbischof em. Otto Georgens © Klaus Landry

Diakon Matthias Breuer und Weihbischof em. Otto Georgens © Klaus Landry

Diakonenweihe im Speyerer Dom © Klaus Landry

Diakon Matthias Breuer © Klaus Landry

Diakonenweihe im Speyerer Dom © Klaus Landry

Übergabe der Weiheurkunde an Matthias Breuer © Thomas Ott

v.l.n.r.: Domkapitular em. Matthias Bender, Pfarrer Markus Breuer, Diakon Matthias Breuer, Pfarrer Thomas Ott © Thomas Ott

Weihbischof em. Otto Georgens weihte Matthias Breuer zum Diakon

Speyer. In einem feierlichen Gottesdienst im Speyerer Dom hat Weihbischof em. Otto Georgens den Priesteramtskandidaten Matthias Breuer zum Diakon geweiht. Ein Vokalensemble der Dommusik übernahm die musikalische Gestaltung, die Orgel spielte Domorganist Bastian Fuchs.

Seine Predigt widmete Weihbischof em. Georgens der Frage, ob die Diakonenweihe für Kandidaten, die anschließend Priester werden möchten, eine Art „Durchgangsstadium“ sei – so wie für ihn selbst, nach seiner Weihe vor 50 Jahren. „Und doch wäre diese Zeit verfehlt gewesen, wenn ich sie nicht voll bejaht und ernstgenommen hätte“, erinnerte er sich zurück. „Es kann doch nicht sein, dass wer Priester oder gar Bischof wird, das Diakonengewand, die Dalmatik an der Garderobe abgibt. Einmal Diakon, immer Diakon. Weihe gibt es nur als Weihe zum Dienst.“

Dienen – ein Wort mit vielen Bedeutungen, mal als Verpflichtung, mal als Service, mal freiwillig. Auch „im Neuen Testament ist über 400-mal vom ‚Dienen‘ die Rede. Allein daran kann man sehen, dass es sich dabei für uns Christen um etwas Zentrales handelt. Dienen müsste gerade uns eigentlich ‚im Blut‘ liegen“, führte der Weihbischof em. weiter aus.

Als kleiner Junge habe er von seinen Eltern gelernt, zur Begrüßung „einen Diener“ zu machen, den Kopf leicht zu verneigen. „‚Einen Diener machen‘, könnte das nicht auch eine – zugegeben etwas ungewohnte, aber doch treffende – Bezeichnung für das sein, was einen Diakon auszeichnen sollte? Wenn wir auf Jesus schauen, dann können wir genau diese Haltung an ihm ablesen. Sein Leben bestand darin, Menschen zu dienen, einen ‚Diener vor ihnen zu machen‘“, so Georgens. Im Evangelium werde Dienen zur „Chefsache“, gerade weil Jesus der Herr und Meister ist, wolle er dienen, dafür sei er überhaupt gekommen.

Zum Abschluss seiner Predigt zitierte Georgens den früheren Limburger Bischof Franz Kamphaus: „Diakon sein ist keine Sache der großen Sprüche. Mit einer wie auch immer gearteten Selbstinszenierung, mit spektakulären Aktionen und dem Drang, auf sich aufmerksam zu machen und anzukommen, hat das nichts zu tun. Die Frage ist nicht: Wie finde ich die nötige Beachtung? Sondern: Wo und wie komme ich zur Sache. Wie lasse ich allen Schnickschnack, allen fragwürdigen Aktionismus und alle durchsichtigen Manöver der Selbstinszenierung hinter mir und folge Jesus nach.“

 

„Jedes kirchliche Amt sollte im Geist des Dienens ausgeübt werden.“

Matthias Breuer ist 25 Jahre alt und stammt aus Speyer. Er hat Theologie in Eichstätt, Erfurt und München studiert und ist derzeit in der Pfarrei Hl. Familie in Blieskastel-Lautzkirchen tätig. Im Interview erzählt er von seinen Zukunftsplänen.

 

Warum haben Sie sich entschieden, Diakon zu werden?

Für uns Priesterkandidaten ist die Weihe zum Diakon der letzte große Schritt auf dem Weg zur Priesterweihe. Für mich persönlich bedeutet die Weihe zunächst einmal eine innere Formung, vielleicht vergleichbar mit einem Kompass: Jedes kirchliche Amt sollte im Geist des Dienens ausgeübt werden. Dies könnte in der Praxis bedeuten, den Einzelnen nicht aus dem Blick zu verlieren und auch dort nicht wegzuschauen, wo Menschen allzu leicht übersehen werden.

 

Was möchten Sie in Ihrem zukünftigen Beruf erreichen, worauf möchten Sie in Ihrer Arbeit die Schwerpunkte legen?

In den Monaten der Diakonatszeit möchte ich vor allem daran anknüpfen, was ich bereits im vergangenen Jahr begonnen habe. Ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit war die Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen auf dem Gebiet unsrer Pfarrei. In dieser Vernetzungsarbeit sehe ich angesichts des Schrumpfens unsrer Glaubensgemeinschaft große Chancen.

 

Wie sieht für Sie die Kirche der Zukunft aus?

In den Anfängen der Kirche nannte sich die christliche Gemeinschaft einfach der „Weg“. In den letzten Jahren hat die Kirche dieses Motiv wiederentdeckt. „Synodalität“ meint nichts anderes als „Gemeinsam auf dem Weg sein“. Darin sehe ich einen Wesenszug, den die Kirche sicherlich auch in Zukunft beibehalten und vertiefen wird. Sie wird weiterhin eine Gemeinschaft sein, die sich versammelt, um Gottes Wort zu hören und die Sakramente zu feiern. Auf dieser Grundlage wird sie Wege finden, auch in sich verändernden Zeiten Impulsgeberin für einzelne Menschen oder auch für ganze gesellschaftliche Gruppen zu sein.